Usher - Rhythm City Volume One: Caught Up - Cover
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Usher Rhythm City Volume One: Caught Up


  • Label: Zomba/SonyBMG
  • Laufzeit: 90 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Direktionskonferenz beim frisch fusionierten Branchenriesen SonyBMG. Der Vertriebsdirektor hat das Wort: „Meine Herren, der gute Herr Usher Raymond hat uns in den letzten 1½ Jahren herausragende Verkaufszahlen beschert. Sein Album „Confessions“ hat neue Absatzrekorde erzielt und jede Singleauskopplung war ein Hit. Deshalb wird es Zeit für Nachschub. Sie wissen doch, sehr verehrte Kollegen, man muss das Eisen so lange schmieden wie es heiß ist.“ Der Label-Vertreter von LaFace/Zomba meldet sich zu Wort: „Genau, Chef! Darum bringen wir Mitte März mit ’Caught up’ auch die nächste Singleauskopplung auf den Markt. Es handelt sich dabei um eine extrem tanzbare Uptempo-Nummer auf Synthesizer-Beats.“ Der Vertriebsdirektor zeigt sich nicht sonderlich begeistert: „Wenn ich mich richtig erinnere, ist das einer der schwächeren Songs auf ’Confessions’. Meine Herren, da müssen wir was tun!“

Zugegeben, obige Story ist fiktiv. Aber so ähnlich könnte es tatsächlich gewesen sein, als man im Hause SonyBMG entschied, dass die neue Usher-Single „Caught up“ parallel mit einer geschickt zusammengeschusterten CD/DVD-Set namens „Rhythm City Volume One: Caught Up“ in den Handel kommt. So lässt sich doppelt Kasse machen und der Fan freut sich auch noch. Herzstück von „Rhythm City Volume One“ ist ein 30minütiger Film, der Usher an der Seite von Sean „P. Diddy“ Combs, Joy Bryant, Clifton Powell, Ryan Seacrest und Naomi Campbell zeigt. In dem kleinen musikalischen Krimi, gespickt mit Songs und Tanzeinlagen, befindet sich Usher in einem prekären Liebesdreieck zwischen „Asia“ (Joy Bryant) und „Mr. Big“ (Clifton Powell), dem Gangsterboss von Rhythm City. Doch ähnlich wie bei Michael Jackson’s legendärem „Thriller“-Video, bietet erst das direkt anschließende Video zu „Caught up“ die -scheinbare - Lösung des Falles.

„Rhythm City Volume One“ enthält außerdem umfangreiches Bonusmaterial, wie ein ausführliches „Making Of“, B-Roll-Footage, unveröffentlichtes Interview-Material und eine Video-Kollektion des „Confessions“-Albums („Yeah!“, „Burn“, „Confessions part II“, „Caught up“ und „My boo“). Weiterhin erhält der Käufer eine 17-minütige Bonus-CD mit vier bisher unveröffentlichten Usher-Songs. Davon ist „Dot com“ ein sexy-mysteriöser Slow-Jam mit zweideutigem Text („I make you dot com“), der auch als Prince-Song aus den frühen 90er Jahren durchgehen würde. Auch „Doin’ the most“ ist ein balladesker R&B-Schmachtfetzen, der sich als perfekte Beschallung für diverse Bettgymnastiken eignet. Wesentlich schwungvoller und Dance-orientierter kommt „It is what it is” daher. Obwohl aus dem Booklet keinerlei Informationen darüber hervorgehen, geht das Stück als imaginäres Duett mit Stevie Wonder durch. Man höre nur die Mundharmonika. Zum Schluss serviert uns Usher mit „What you need” einen „Hidden Track“, der auf dem Cover groß und breit angekündigt wird. Sehr witzig. Das Stück wurde von Jermaine Dupri (Mariah Carey) produziert und zielt eindeutig auf die Tanztempel und Clubs ab.

Mit Geschick und Geschäftstüchtigkeit wird den vielen Millionen „Confessions“-Käufern ein neues Produkt aus dem Hause Usher vorgesetzt. Für Fans und Sammler sicherlich eine tolle Sache, aber gewiss kein Pflichtkauf.

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