Ramones - End Of The Century - Cover
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Ramones End Of The Century


  • Label: Sire Records/WEA
  • Laufzeit: 108 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
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Eine Geschichte voller Tragik und ohne Happy End.

Sie genossen zeitlebens eine heldenhafte Verehrung von Fans und Musikerkollegen. Sie sind noch immer der Inbegriff des Punkrock, obwohl sie nie echten kommerziellen Erfolg hatten. Es ist eine Geschichte voller Tragik und ohne Happy End: „The Story Of The Ramones: End Of The Century“.

1974 gründen drei junge Burschen namens Jeffrey Hyman, John Cummings und Douglas Colvin in Queens, New York die Punkrockband Ramones. Seitdem kennt man sie nur noch als Joey Ramone (Vocals), Johnny Ramone (Gitarre) und Dee Dee Ramone (Bass). Zusammen mit ihrem späteren Manager Tom Erdelyi (Tommy Ramone, Drums) stürmen die Teenager die Keller und Clubs in New York, um nur ein Jahr später als erste New Yorker Punkrockband einen Plattendeal zu bekommen. 1976 erscheint dann auch das Debütalbum, das die Billboard Top 100 verfehlt. So ähnlich verläuft die gesamte Hitparaden-Karriere der Ramones. In den 22 Jahren ihres Bestehens können die Ramones nie das große Geld verdienen, obwohl die musikalischen Strömungen ihnen ein ums andere Mal die Chance dazu gaben. Doch Grunge, Alternative Rock und das Punkrock-Revival laufen kommerziell fast spurlos an ihnen vorbei.

Wenigstens kann die Single „Pet Semetary“ vom Album „Brain Drain“ (1989) als Soundtrack-Beitrag zum Steven-King-Film „Friedhof der Kuscheltiere” ein wenig für Aufmerksamkeit sorgen. Doch nach mehr als zwei Dekaden und 2.262 Live-Shows müssen die Ramones resigniert und desillusioniert feststellen, dass hier irgendwas komplett schief gelaufen ist. Die Band gibt 1996 auf, was ihrer Popularität keinen Abbruch tut. Es erscheinen haufenweise „Best Of“-Alben und Tribute-Sampler und die Gruppe wird von vielen Kollegen als maßgeblicher Einfluss genannt. Dann beginnt das große Sterben: Im April 2001 erliegt Joey Ramone einem Krebsleiden, Mitte 2002 wird Dee Dee Ramone nach einer Überdosis Heroin tot aufgefunden und im Spätsommer 2004 stirbt mit Johnny der dritte Original-Ramone. Ein tragisches Ende einer der beliebtesten Rockbands aller Zeiten.

Michael Gramaglia und Jim Fields haben jetzt einen Dokumentarfilm über die Kult-Band mit vielen Interviews, Fotos und Konzertmitschnitten zusammengestellt, der wirklich keine Fragen offen lässt. Alles, was man schon immer über die Ramones wissen oder nicht wissen wollte, wird in diesem großartigen Bandportrait beleuchtet. Der Focus liegt vor allem auf den vorher nie gesehenen (ungeschnittenen) Interviews mit allen Bandmitgliedern sowie verschiedenen Wegbegleitern der Band und Größen aus der Rockszene der vergangen 30 Jahre. Mit vielen Anekdoten melden sich zu Wort: Johnny Ramone, Joey Ramone, Dee Dee Ramone, Marky Ramone, Richie Ramone und Tommy Ramone, Joe Strummer (The Clash), Debbie Harry (Blondie), Kirk Hammet (Metallica), Eddie Vedder (Pearl Jam) und viele weitere Zeitzeugen, die nicht mir ihrem Insiderwissen über die Ramones geizen und die etwas konfuse Biografie der New Yorker in Form bringen. Selbst wenn der Zuseher am Ende beinahe Mitleid mit den Punkrock-Heroen haben muss, ob ihres desaströsen Lifestyles.

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