Type 0 Negative - Symphony For The Devil - Cover
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Type 0 Negative Symphony For The Devil


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 100 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Metalband „Type 0 Negative“ wurde 1989 von den aus Brooklyn stammenden Musikern Sal Abruscato (Schlagzeug), Peter Steele (Gesang, Bass), Kenny Hickey (Gitarre, Gesang) und Josh Silver (Keyboard) gegründet. Der Bandname hat mit der Blutgruppe „0 negativ“ zu tun und steht symbolisch für die depressive Stimmung in der Musik und in den Texten der Band. 1993 gab es einen Wechsel in der Bandbesetzung, Johnny Kelly ersetzt seitdem Sal Abrusciato. Relativ schnell wurde Type 0 Negative wegen angeblich frauenfeindlicher und rechtsradikaler Tendenzen angefeindet, die zum Beispiel an den Songs „Unsuccessfully coping with the natural beauty of infidelity“ und „Der Untermensch“ festgemacht wurden. Infolgedessen kam es zu mehreren gewalttätigen Zwischenfällen bei Konzerten. Type 0 Negative haben sich von den Vorwürfen distanziert, mit der Begründung, dass Josh Silver eigentlich Jude sei, was gegen eine rechtsradikale Einstellung sprechen würde. Die Band setzt sich aber nach wie vor in ihrer Musik und ihren Texten mit den ungeklärten Kontroversen auseinander. 2004 wechselten Type 0 Negative das Label und konzentrieren sich seitdem darauf, wieder mehr Elemente aus dem Thrash Metal in ihre Musik einzubringen.

„Symphony for the Devil“ ist eine Live-DVD. Das Konzert wurde 1999 auf dem Bizarre Festival aufgenommen. Die DVD beginnt mit einem Intro, in dem man Klänge eines Didgeridoos hört, was für lange Zeit das Schönste ist was man zu hören bekommt, dann spielen sie das Thema einer Pink-Floyd Komposition an, wo einem nur das Herz weh tun kann, wenn man den Rest der DVD erstmal gesehen hat. Das gleiche gilt für das Black-Sabbath Intro, dass als dreizehntes Lied auf der Trackliste steht. Warum lässt sich nur allzu leicht beantworten: Dieser Live-Mitschnitt zeugt keinesfalls davon, dass Type 0 Negative eine gute Live Band ist. Während sie doch ein paar passable Studioalben herausgebracht haben, ist dieses Konzert mehr als schwach. Silver, Kelly und Hickey haben zwar halbwegs ihre Hausaufgaben als Musiker erledigt und retten vielleicht dadurch wenigstens einige Momente dieses Auftritts. Das kann man vom Leadsänger Peter Steele aber nicht behaupten. Meistens singt er so, dass es gerade so anhörbar ist, doch dann rutscht ihm wieder ein falscher Ton durch. Das Schlimmste ist allerdings, dass er nicht gerade den Eindruck erweckt, dass eine emotionale Verbindung zwischen seinem Gesang und der Musik besteht. Oft klingt er einfach gekünstelt bis hin zu gefühllos. In „Too late“, einem Song, dessen Gitarrenriffs ohnehin schon eine Art Pseudo-Härte vermitteln, zeigt er, dass sein Gegröle richtiggehend peinlich klingt, verglichen mit anderen Metalbands, die ihre „Death Growls“ voll drauf haben. Dem folgt ein weiterer Haufen langweiliger Songs, wie zum Beispiel „Are you afraid ?“, „Gravitiy“, und „Everythings Dies“.

Der Grund, warum Type O Negative es mit dieser DVD in der Wertung nicht ganz bis „katastrophal“ geschafft haben, ist, dass doch zwischendurch ein paar ganz gute Nummern in diesem Konzert vorgekommen sind. Dazu gehört zum Beispiel „My girlfriend's girlfriend“, ein ganz passables Lied der Band, wenn es auch live um einiges weniger hergibt, als die Studioversion. „Waste of live“ beginnt zwar anfangs mit einem schleppenden Gitarrenriff, wechselt aber schließlich in ein cleanes Akkordspiel, das eine melancholische Stimmung vermittelt, wodurch sich der Song doch noch zu einer recht hörenswerten Rockballade entwickelt. Am Schluss befindet sich ein einfach gestricktes Solo, das aber sehr gut zu dem Stück passt. In diesem Stil gibt es auch noch einige andere Tracks, die eher ruhig sind und durch das Konzept der Keyboardstimme fast sphärisch klingen können. Man kann an dieser Stelle „Wolf Moon“, „Cornucopia“ und „Christian Women“ nennen, die ganz hörenswert sind.

Aber wir sind bei weitem noch nicht am Ende mit den Dingen die es an dieser DVD noch auszusetzen gibt: Der Sound ist auch mit der besten Anlage noch unzureichend, was an der schlechten tontechnischen Abmischung zwischen den Instrumenten schon während des Konzerts liegt. Hinzu kommt eine ziemlich miese Bühnenshow. Außerdem erweckt Peter Steele den Eindruck am Morgen vor dem Konzert von seiner Mutter angekleidet worden zu sein, nachdem er so ziemlich das ungünstigste Hemd trägt, dass man anziehen kann, wenn man auf die Bühne geht, wie man an der Entwicklung seiner Schweißflecken während des Auftritts sehen kann. Hätte er doch lieber seinen Gitarristen gefragt, was man am besten bei einem Auftritt anzieht !

Aber die „Höhepunkte“ dieser DVD sind eindeutig die Videos, die zwischen den Live-Performances eingespielt werden. Diese sind geschmacklos und ekelhaft. Die Band hat es sich scheinbar zum Ziel gemacht, dass der Zuschauer jeden Penis der darin vorkommenden männlichen Personen gesehen hat, wahrscheinlich mit der Intention, auch noch die Groupies zu verscheuchen. Aber natürlich gibt es auch noch andere Dinge zu sehen, die niemanden interessieren: Hinterteile, die so deutlich präsentiert werden, dass man fast einen Einblick in die Gedärme der Person hat, einen Typen der seine eigene Hose anreiert, usw. Man kann diese Zwischensequenzen nicht einmal unter dem Begriff „Schockästhetik“ zusammenfassen, da sie so etwas von geistlos sind. Die darin vorkommenden Personen stellen sich einfach nur als besoffene oder im Drogenrausch verlorene Clowns dar, was dazu führt, dass die Videos jeder Form von „Ästhetik“ entbehren.

Auch die Bloodhound Gang hat schon unglaublich peinliche Dinge gemacht, aber so konzipiert, dass sie einen gewissen Witz versprühen. Auch Ozzy Osbourne zeigt immer noch gerne seinen Allerwertesten und hat es geschafft, dass diese Handlung in gewisser Weise zu einem Kult wurde. So wie dies aber von Type 0 Negative präsentiert wird, ist es einfach nur furchtbar stillos, was letztendlich dazu führt, dass sich die Band selbst zum Affen macht. Der Teufel hätte sich sicherlich eine andere Symphonie gewünscht!

Anspieltipps:

  • Waste of Life
  • Cornucopia
  • Wolf Moon
  • My Girlfriend's Girlfriend
  • Christian Women
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