Corvus Corax - Cantus Buranus: Live In Berlin - Cover
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Corvus Corax Cantus Buranus: Live In Berlin


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 109 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war so sicher wie das Amen in der Kirche: Ein Livemitschnitt auf DVD des neuesten und bisher größten Projekts der deutschen Mittelalterband Corvus Corax. Wo allerdings für andere Künstler bereits ein Rutenbündel bereit gelegt werden muss und laut Fanausbeutung geschrieen werden darf, kann bei „Cantus Buranus“, einer Zusammenstellung der Aufzeichnungen vom 19. und 20. August 2005 vom Museumsinselfest in Berlin, durchaus von einem Ereignis gesprochen werden, dass es festzuhalten gilt und den Anhängern der Band nicht vorenthalten bleiben sollte. Alleine die Eckdaten zu diesem Spektakel geben preis, wieso es sich nicht um eine simple 08/15-Aufführung handelt.

Genau wie auf dem kurz vor dem Auftritt erschienenen Studiowerk, haben die Herrschaften rund um Wim, Castus Rabensang, Harmann der Drescher, Ardor vom Venushügel, Tritonus der Teufel, Patrick der Kalauer, Meister Selbfried und Hatz auch live an die 180 Musiker, bestehend aus dem Opernchor und dem philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus, dem Prager Vocal-Ensemble Psalteria, dem Chor Ivan Pl. Zajc und Generalmusikdirektor Jörg Iwer als Dirigent, zusammengetrommelt.

Die Tracklist des bereits erhältlichen Neuvertonung wurde nicht eingehalten, sodass die Aufführung nicht mit „Fortuna“ beginnt, sondern damit beschlossen wird und „Florent omnes“ den eigentlichen Anfangspunkt setzt, nachdem das „Intro“ den Chor und das Vocal-Ensemble mit klassischen Klängen des Orchesters auf die Bühne geleitet hat und schlussendlich Corvus Corax in einem Pferdegespann vorfahren lässt. Bevor „O langueo“ als dritter Programmpunkt angestimmt wird werden die voller Entzückung lauschenden Gäste höflich mit „Einen wunderschönen guten Abend wünschen die Spielleut Corvus Corax. Wir freuen uns, dass sie so zahlreich erschienen sind“ begrüßt und ab diesem Zeitpunkt ist klar, dass die Jungs nicht nur eigene Instrumente basteln können, die auch funktionieren, sondern auch hinter der Schminke und Maske sympathische Jungs sind und die folgende Stunde unbeschwert und in vollen Zügen genossen werden darf.

Beim Sound besteht die Wahl zwischen Dolby Digital 2.0 und 5.1 und als Extra wird dem Käufer eine fast 25-minütige Dokumentation über die Proben, Erwartungen und Vorbereitungen vor und den Reaktionen nach der Veranstaltung geboten, die fast keine Fragen offen lässt und sicherlich nicht nur für Corvus-Corax-Fans interessant ist, sondern auch den einen oder anderen Logistiker staunen lässt.

Der einzige Minuspunkt, der ins Gewicht fällt, ist die Livedarbietung an sich. Natürlich ist alles bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und die Organisation und das Zusammenspiel hervorragend, doch mit den bewegten Bildern nimmt die DVD einem jegliche Entfaltung der Phantasie und eigenen Interpretationsraum. Es ist erstaunlich und sehenswert, was die mittelalterlichen Raben hier auf die Beine gestellt haben, aber die Texte der Liedersammlung „Carmina Burana“ dienten früher als Kino für den Kopf und dieser Aspekt fällt mit der Aufzeichnung praktisch weg. Daher Augen schließen und selber vom ländlichen Mädel („Rustica puella“) träumen.

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