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Sparks Lil Beethoven: Live In Stockholm


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 137 Minuten
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For Fans only, denn in der optischen Variante polarisieren die Mael-Brüder noch mehr, als auf ihren ohnehin schon schwierigen Alben.

Mehr als 30 Jahre waren die Sparks bereits im Musikgeschäft unterwegs, als sie 2003 ihre 45-minütige Pop-Oper „Lil´ Beethoven“ auf CD veröffentlichen und großflächig Anerkennung für diese unkonventionelle Herangehensweise an Popmusik erhalten. Doch die Sparks sind nicht erst seit gestern als polarisierende Musiker bekannt, die stets in der Show und im Erscheinungsbild mehr als ein begleitendes Element sehen. Zwischen eingängigen Hits wie „When Do I Get To Sing My Way“ gesellten sich Ausflüge in extravagante Sphären, welche Pathos herausfordernd an die Oberfläche brachten.

Die Brüder Ron sowie Russell Mael wollten nach der CD noch mehr und zelebrierten am 28. März 2004 im Stockholmer Södra Teatern das gesamte Album „Lil´ Beethoven“, welches um 13 Bonustracks aus der gesamten Schaffensphase (darunter z.B. „When I Kiss You I Hear Charlie Barker Playing“ und natürlich „When Do I Get To Sing My Way“) erweitert wurde und somit eine gut 100-minütige Show der Exzentriker lieferte. Für die Fangemeinde, die nicht anwesend sein konnte, bietet sich nun die DVD an. Ergänzt um großzügiges Bonusmaterial, bestehend aus Backstage-Aufnahmen, der Legende um Lil´ Beethoven, Soundcheck und Interviews mit den Fans, bleibt kein Wunsch offen.

Am Anfang der Minioper stören die langwierigen Pausen zwischen den Songs. Diese werden jedoch mit der Zeit gekürzt und so steht einem Hörgenuss der gesamten „Lil´ Beethoven“-Scheibe mit optischen Finessen, wie unterhaltende Videosequenzen im Hintergrund und einem schier wahnsinnigen Ron Mael an den Keyboards, nichts mehr im Wege. Sein Bruder, Russell singt sich sicher durch das gesamte Konzert und ist deutlich publikumsnaher sowie authentischer als der arg theatralisch agierende Ron. Damit sei auch gleich der Knackpunkt bei den Sparks genannt: Mit ernstzunehmender Musik hat es zeitweise wenig zu tun, da Ron in seiner Theater-Rolle gefangen ist und als alternder Herr doch eher als Parodie seiner selbst gesehen werden kann. Künstlerische Interaktion sieht anders aus und entfaltet sich nur schwer in derart übertriebener Lächerlichkeit.

Im Tonformat kann man zwischen Dolby Digital 2.0 und Surround-Sound in 5.1 wählen. Die Schnitte sind angenehm zurückhaltend und machen es dem Betrachter leicht, das Treiben auf der Bühne zu beobachten. Leider sind die musizierenden Assistenten der Sparks nur selten deutlich zu erkennen, was gerade bei dieser vollmundigen Instrumentierung schade ist und die Musiker im Schatten des Kunstproduktes Sparks untergehen lässt. Ansonsten gilt: For Fans only, denn in der optischen Variante polarisieren die Mael-Brüder noch mehr, als auf ihren ohnehin schon schwierigen Alben.

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