Hell Is For Heroes - Live At The Sheffield Leadmill - Cover
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Hell Is For Heroes Live At The Sheffield Leadmill


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 99 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Bandgeschichte der britischen Band Hell Is For Heroes klingt wie viele andere auch. Sänger Justin Schlosberg, William McGonagle (Gitarre), Tom O'Donoghue (Gitarre), James Findlay (Bass) und Joe Birch (Drums) begegneten sich 2000 in einem Londoner Pub. Das hochgelobte Debütalbum wurde 2003 mithilfe des Brachenriesen EMI veröffentlicht. Aber kurze Zeit später gründen die fünf Freunde wegen diverser Differenzen ihr eigenes Label und beauftragen die schwedische Independentplattenfirma Burning Heart Records, die auch The Hives unter Vertrag haben, mit dem weltweiten Vertrieb ihres zweiten Longplayers „Transmit Disrupt“.

Diese Live-DVD, übrigens vertrieben durch Warner, enthält vierzehn Songs von dem erwähnten Erstling „The Neon Handshake“ und vom 2005 erschienenen Werk „Transmit Disrupt“. Die Produzenten des letzten Longplayers waren wie auch schon beim Vorgänger Pelle Henricsson und Eskil Lövström, die der inzwischen aufgelösten Hardcorecombo Refused das schwedische Studio und ihre Arbeit zur Verfügung stellten. Dokumentiert wurde der Auftritt der Briten in dem berühmten Live-Club Sheffield Leadmill im Jahre 2004 während ihrer ausverkauften UK-Tour. Die Kamera ist sehr nahe dran und so bekommt man jede Schweißperle des Sängers und die Headbangeinlagen des begeisterten, aber disziplinierten Publikums mit. Eigentlich ist es keine schlechte Idee so eine Live-DVD, nur leider bestehen die Extras aus Interviews mit den Bandmitgliedern, die nur kurz zum Entstehen der Band etwas erzählen, einem ziemlich langweiligen zwanzigminütigen Soundcheck und den Videos zu „Kamichi“ und „Models from the Programme“.

Das ist ein bisschen wenig, allerdings kann man über eine Band, die gerade einmal 6 Jahre besteht und zwei Silberscheiben veröffentlicht hat, auch nicht soviel Material sammeln. Trotzdem enttäuschen die Zugaben, die in die Bewertung einer Live-DVD nun mal einfließen. Der wichtigste Teil, die Musik, überzeugt dagegen und das unterscheidet Hell Is For Heroes von vielen anderen Bands. Da die Band außerhalb Englands eher unbekannt ist, bekommt man durch diese DVD schon folgenden guten Eindruck: Die Fünf brauen einen musikalischen Zaubertrank aus den Zutaten Hardcore, Punk, Emocore, Melodien und unglaublicher Energie, der live Kräfte freisetzt und das Publikum zurecht begeistert.

Der schmächtige Sänger Justin Schlosberg pendelt zwischen Schreien bis hin zum ordentlichen emotionalen Gesang und die restlichen Fünf pflegen die zum (im positiven Sinn) Kopfschütteln einladenden Gitarren- und Schlagzeugüberfallmusik. Die Melodieführung wird nicht vernachlässigt, trotzdem ist die Hardcoreschublade schon die richtige. Wenn nicht so viele britische Gitarrenrockbands den Musikmarkt überschwemmen würden oder härtere Musik absolut massentauglich wäre, dann hätten Hell Is For Heroes europaweit eine erfolgreiche Zukunft vor sich. Wobei natürlich nicht verschwiegen werden darf, dass zweifellos Talent zum Songwriting vorhanden ist, aber der Schuss Genialität noch fehlt.

Anspieltipps:

  • Three of Clubs
  • Models for the Programme
  • Sick Happy
  • Transmit Disrupt
  • Kamichi
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