Madonna - I´m Going To Tell You A Secret - Cover
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Madonna I´m Going To Tell You A Secret


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 208 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Großen und Ganzen ist „I´m Going To Tell You A Secret“ eine spannende Angelegenheit.

Nach den Beatles, Elvis Presley und Abba ist Madonna Louise Veronica Ciccone, kurz Madonna, die unbestritten erfolgreichste Frau im Musikbusiness. Mit mehr als 250 Millionen verkauften Tonträgern darf sie sich neben teuren Bühnenshows und einem Luxusleben auch schon mal einen eigenen Regisseur mieten, der dann die Vorbereitungen zu ihrer „Re-invention World Tour“ 2004 filmt und das Ganze in eine stimmungsvolle, 2-stündige Dokumentation packt. Das Ergebnis ist nun erst mit dem CD/DVD-Paket „I´m going to tell you a secret“ veröffentlicht worden, da ein offizieller Kinostart aufgrund einiger religiös gefärbter Aussagen der Künstlerin, die während der gesamten Zeit sehr offen und persönlich über ihre Gedanken und Gefühle aus dem Off berichtet, für zu aufdringlich erachtet wurden. Abgesehen davon erfährt der Zuschauer z.B., dass sie ihren Ehemann Guy Ritchie anfangs ganz und gar nicht perfekt fand und alles hinschmeißen wollte, dann aber erkannte, dass es erstens keinen perfekten Seelenverwandten gibt und zweitens es viel wichtiger sei sich alles zu erarbeiten, was Madonna mit dem Ausspruch „Easy doesn´t make you grow“ zusammenfasst.

Genauso wie ihr Gatte, der immer wieder an ihrer Seite auftaucht oder bei einem Segelausflug mit den Kindern gefilmt wird, darf auch ihr Vater, der Besitzer eines eigenen Weinanbaugebietes, wo auch das prominente Töchterchen aufgewachsen ist, zu Wort kommen und kurz über diverse Gärungsverfahren erzählen. Die Kapitel der Dokumentation werden in die jeweiligen Tourstationen eingeteilt, die Fräulein Ciccone und ihr eigens ausgesuchtes Tanzensemble mit einem Konzert beehrt haben. Und so landet Madonna schlussendlich nach Los Angeles, New York, Chicago, Las Vegas, Miami, London, Dublin, Paris und Lissabon bei Rav Ashlags Grab (ein Kabbalah-Meister, der die Lehre neu interpretiert hat) in Israel. Diesen Besuch selbst empfindet sie als sehr starkes Erlebnis, von den umherschwirrenden Paparazzi fühlte sich die Queen of Pop hingegen genötigt.

Beim Film gibt es bei Bild (in 16:9) und Ton (wahlweise in Stereo oder Dolby 5.1-Abmischung mit acht verschiedenen Untertitel-Sprachen) nichts auszusetzen, sodass die DVD nicht nur vom Inhalt her als sehr sehenswert eingestuft werden kann. Regisseur Jonas Akerlund, der schon für Madonna Videos zu „Ray of light“, „Music“ und „American life“ gedreht hat oder für Künstler wie The Prodigy oder Robbie Williams tätig war, machte aus dem vorhandenen Material eine interessante Reise hinter die Kulissen der „Re-Invention World Tour“ und verstand es auch das Ganze mit dem Privatleben der Musikerin stimmungsvoll in Einklang zu bringen. Als Extras sind nicht verwendete Szenen wie Madonnas Geburtstagsparty („Birthday party“), die Ankunft bei der Klagemauer („Wailing wall“), eine schlichte Fahrradfahrt („Bike ride“) oder philosophisches Sinnieren der Künstlerin („The other side“) auf dem Silberling enthalten, die zusammen mit dem Film ein durchaus positives Bild der 47-jährigen zeichnen.

Als Draufgabe gibt es noch eine Live-CD, die 14 Tracks umfasst, allerdings einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Nach einer, für den Zuhörer, spannungsarmen Einleitung („The beast within“) eröffnet Madonna mit „Vogue“ eine äußerst tanzbare Setlist, die mit einigen Hits („Like a prayer“, „Holiday“, „Into the groove“) geschmückt ist, sich aber vorrangig auf das Album „American life“ spezialisiert („Hollywood“, „American life“, „Nobody knows me“, „Die another day“, „Mother and father“), das zur Zeit der Tour ihre neueste Veröffentlichung darstellte. Mit John Lennons „Imagine“ und dem irischen Folkloresong „Susan McLeod“, für den sie sich extra einen Dudelsackspieler aus England für die Tour bestellte, sind auch zwei Coverversionen enthalten, wobei der Song des getöteten Ex-Beatle für eine eigene Message („We have to make the world a better place“) stand. Zum Abschluss gibt es eine Rock-Version des auf ihrem letzten Album „Confessions on a dance floor“ enthaltenen Stückes „I love New York“, das einen interessanten Gegenpol zu dem sehr elektronisch ausgerichteten Live-Auftritt bietet.

Im Großen und Ganzen ist „I´m going to tell you a secret“ eine spannende Angelegenheit. Nicht nur die Vorbereitungen für die Tour sind äußerst authentisch und gut eingefangen worden, sondern auch die kurzen, in Farbe eingestreuten Konzertausschnitte, die sich zu dem größtenteils in schwarz-weiß gehaltenen dokumentarischen Teil abheben, erzeugen Abwechslung und bieten Unterhaltungsfaktor. Die allererste Live-CD von Madonna beschränkt sich zwar beinahe nur an ihren letzten Veröffentlichungen, sodass ein Querschnitt für Einsteiger oder Fans der älteren Pop-Ikone nicht gegeben ist, darf sich aber rühmen eine ausgesprochen gute Klang-Qualität zu haben, mit der das Konzert auch ohne Bild im Wohnzimmer eine gute Figur macht.

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