Kreator - Enemy Of God Revisited - Cover
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Kreator Enemy Of God Revisited


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 158 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Material der DVD kann über weite Strecken qualitativ nicht überzeugen.

Der Einfluss der deutschen Thrash-Flagschiffe Sodom, Destruction und Kreator ist unbestritten. Und dass als Fan nach über 20 Jahren auch bei den neuesten Veröffentlichungen zugegriffen werden kann, keine Selbstverständlichkeit. Daher ist es nur rechtens, dass sich Miland Petrozza (Gesang, Gitarre), Sami Yli-Sirniö (Gitarre), Christian Giesler (Bass) und Jürgen Reil (Schlagzeug) mit der erweiterten Neuveröffentlichung ihres aus dem letzten Jahr stammenden Thrash-Manifestes „Enemy of god“ ein wenig feiern lassen, das der wirkliche Fan allerdings schon im Plattenschrank stehen haben wird.

Deswegen ist die Beilage des ursprünglichen Werkes zum nun erscheinenden Paket nur eine nette Idee statt wirklich sinnvoll, da von den zwei darauf enthaltenen Bühnenmitschnitten „Toxic trace“ und „Coma of souls“, letzterer sowieso bereits auf der Live-Scheibe „Live Kreation“ (2003) enthalten war. Nichtsdestotrotz bietet zumindest die DVD auf 158 Minuten verteilt einen guten, wenn auch teilweise missratenen Einblick ins Universum der Essener Formation. Hauptbestandteil ist die Aufzeichnung vom Wacken Open Air von 2005, bei dem sich Mille wie gewohnt die Seele aus dem Leib schreit, nur um dem sichtlich zufriedenen Publikum unter anderem ein lauteres „Pleasure to kill“-Gegröle zu entlocken.

Bemitleidenswert ist hier allerdings die Bildqualität, die sich für einen Mitschnitt aus dem letzten Jahr nicht im entferntesten sehen lassen kann. Von einem gestochen scharfen Bild ist diese Darbietung jedenfalls meilenweit entfernt, dafür gibt es am Sound nichts zu meckern. Der kommt entweder in Dolby Digital 2.0 oder 5.1 aus den Lautsprechern und an der Band selbst dürfte angesichts der gut gelaunten Menge auch nichts verkehrt sein, schließlich hat Petrozza seine Crowd stets im Griff. Angespielt wird beinahe die komplette Diskographie, angefangen von „Tormentor“ und „Flag of hate“ vom Debüt „Endless pain“ (1985) über „People of the lie“ vom 1990er Werk „Coma of souls“, bis hin zu dem Titeltrack des Vorgängers, „Violent revolution“ (2001), wobei „Enemy of god“ mit 4 Zählern („Enemy of god“, „Impossible brutality“, „Suicide terrorist“, „Voices of the dead“) natürlich am häufigsten zu Buche schlägt.

Als Zugabe gibt es auf der DVD noch einen Mitschnitt vom Rockpalast („Renewal“, „Reconquering the throne“, „Servant in heaven – King in hell“), der allerdings die umgekehrten Vorzeichen des einstündigen Wacken-Beitrags aufweist, was bedeutet, dass das Bild um Welten besser ist, aber der Klang zu wünschen übrig lässt. Diese Misere können die Videoclips zu „Enemy of god“ (plus Making Of), „Dystopia“, „Impossible brutality“ und „Dying race apocalypse“ und das komplette Album „Enemy of god“ in anwählbarer DTS-Abmischung mit nett animierten Lyrics und Bildeffekten nur bedingt ausgleichen.

Fazit: Wer die Scheibe der Essener schon zu Hause hat und wem das genügt, der braucht sich „Enemy of god revisited“ nicht zulegen, da das Material der DVD über weite Strecken qualitativ nicht überzeugen kann. Für Komplettisten ist diese Neuauflage aber sicherlich kein rausgeschmissenes Geld und wer sich zu keinem der beiden Lager zählt, sollte nicht zögern und sich das Teil einfach zulegen, schließlich ist der letzte Output aus dem Hause Kreator ja an und für sich eine kompromisslose Abrissbirne.

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