Paul McCartney - The Space Within Us - Cover
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Paul McCartney The Space Within Us


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 140 Minuten
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10 1 4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer nicht zu den großen McCartney-Fans gehört, sollte sich lieber ein Beatles-Album anschaffen.

Es gibt viele Leute, die sagen, dass Paul McCartney tot sei. Argumente? Man vergleiche das alte Material mit den neuen Liedern. Ob etwas an dem mysteriösen Doppelgänger dran ist, wird die Menschheit wohl (hoffentlich) nie erfahren. Dass Macca seinen musikalischen Zenit überschritten hat, ist hingegen kein offenes Geheimnis mehr. Da kann auch ein Nigel Godrich (Produzent von u.a. Radiohead und Beck) versuchen, das Beste rauszuholen. An die guten alten Zeiten kommen die neuen Songs nicht ran. Und so verkauft man lieber Live-DVDs an ein süchtiges Publikum, das den Mittelstand mittlerweile erreicht haben sollte.

Und was muss man sich überlegen, wenn man schon unzählige Live-DVDs veröffentlicht hat? Richtig, ein Konzept. Und das steht voll und ganz in der McCartney-Mentalität: Am 13.11.2005 spielte der Ex-Beatle ein Konzert von ca. 17.000 Menschen und zwei Astronauten. Diese Astronauten befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf der internationalen Raumstation ISS und die Live-Übertragung war wohl mit die Spektakulärste seit dem Live Aid Festival im Jahr 1985. Es blieben auch nur wenige Minuten, bis die Station wieder im Funkschatten lag. Und so spielte Paul McCartney den Song „English tea“ aus seinem jüngsten Album „Chaos And Creation In The Backyard“. Mehr Konzept bietet die DVD nicht. Der Rest ist leider nur eine weitere Huldigung an den 64-Jährigen.

Im Grunde geht es dem Konzertfilm nicht um die Musik. Es geht um die Performance. Es geht darum zu zeigen, wie der Drummer Abe Laboriel Jr. seine Sticks dreht und nicht zu zeigen, wie Gitarrist Brian Ray seine Soli spielt. Es geht darum, Männer um die 40 zu zeigen, die sich benehmen wie ihre 13-jährigen Söhne auf einem Heavy-Metal-Konzert. Wer sich für die Musik interessiert, der ist bei diesem Performance-Film falsch. Auch der dokumentarische Ansatz, den der Film mit sich zieht, wirkt eher störend als hilfreich. Besonders wenn man zuerst „Let it be“ sehen will, wird man von jeder Menge „prominenter“ Fans gestört, die ihren Kommentar zu dem lieben Menschen namens Paul McCartney abgeben. Von dem Song bekommt man nicht viel mit.

Und so ergeht es auch vielen anderen Songs auf der DVD. Besonders die Atmosphäre leidet sehr unter dem dokumentarischen Ansatz des Films. Aber im Zweifelsfall sprechen die Songs ja doch für sich, die von den Beatles-Klassikern („Yesterday“, „Eleanor Rigby“, „Please please me“) über die der Wings-Ära („Let me roll it“), bis hin zu alten und neuen Solomaterial („Flaming pie“, „Fine line“) reichen. Dazu kommt McCartneys Sturz von der Bühne, der zeigt, dass er auch ein guter Entertainer ist.

Gerade durch die viel zu schnellen Schnitte und durch das Einfangen von dem pathetisch agierenden Publikum wird die Atmosphäre nicht gut genug eingefangen. So kann man als Fan wohl eine gute Paul-McCartney-CD-Alternative erwarten und einen netten Abend haben. Aber wer nicht zu den großen Fans des Ex-Beatles gehört, sollte sich lieber ein Beatles- oder McCartney-Album anschaffen, wovon man wesentlich mehr hat.

Anspieltipps:

  • English Tea
  • I’ll Follow The Sun
  • Yesterday
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