T. Rex - On TV - Cover
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T. Rex On TV


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 176 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Genie oder Scharlatan? Heulsuse oder Sexsymbol? So ganz waren sich die Kritiker nie einig, wer oder was Marc Bolan, Kopf und Motor von T. Rex, nun eigentlich war. Sicher ist, dass er zu den schillerndsten Persönlichkeiten gehört, die die britische Popszene je hervorgebracht hat. Innerhalb weniger Jahre leisteten T. Rex einen halsbrecherischen Trip vom Bongo spielenden Hippie-Duo zur größten Medienband Großbritanniens. Kreischende Teens und hysterischer Medienrummel begleiteten den androgynen Meister der Verkleidungen, während er auszog, den Glamrock zu erfinden. Das Phänomen Marc Bolan nahm seinen Lauf, und es fand zu weiten Teilen in den Medien statt. T. Rex On TV wirft einen Blick auf die vielfachen Fernseh-Auftritte, mit denen Marc Bolan seine surreale Vision des Stardom Wirklichkeit werden ließ.

Marc Bolan wurde 1947 in Hackney, East London, in eine Arbeiterfamilie geboren. Seine ersten musikalischen Gehversuche tat er in einer Band mit dem Namen „John’s Children“, die eine Europatour im Vorprogramm von The Who abbrechen musste, weil das Publikum die Einrichtung der Venues zertrümmerte. 1968 gründete er Tyrannosaurus Rex, eine Zwei-Mann-Formation mit Steve Took, die eine starke Hippiegefolgschaft hatte. 1969 verließ Took die Band, und Bolan nannte sich T. Rex und wurde elektrisch - das vergrätzte zwar seine alten Fans, aber es ebnete den Weg zum Superstardom. Bolan formierte eine Rockband um sich, experimentierte mit bunten und grellen Bühnenoutfits und wurde zum aufregendsten Rock-Ereignis Europas. Der Sprung in die USA scheiterte, und sein Stern begann Mitte der Siebziger zu sinken - Größenwahn und Kokain-Konsum forderten ihren Tribut. Gerade als er begann, sich neu zu erfinden, verunglückte er am 16. September 1977 30-jährig tödlich mit seinem Mini-Cooper - wenige Wochen nach dem Tod Elvis’. Seine Person und seine Musik hat jedoch nie an Faszination verloren, und ganze Generationen von Musikern berufen sich bis heute auf den Einfluss von T. Rex.

Alles zusammengenommen käme man gut und gern auf über 120 TV-Performances, die Marc Bolan/T. Rex in etwa neun Jahren gegeben hat. „T. Rex on TV“ präsentiert die besten dreißig davon auf einer Länge von etwa drei Stunden. Dabei begegnet man eigentlich allen wichtigen T. Rex-Hits wie „Ride A White Swan“, „Get It On“, „Jeepster“, „Telegram Sam“, „Metal Guru“, „20th Century Boy“, „Children of the Revolution“ etc. pp und stößt auf jede Menge exquisites Material, das nie oder nur einmal gesendet wurde. Bolans Auftritte bei Supersonic in den Jahre 1975/76, bei Music In The Round, in einer Show mit dem Titel Rollin’ Bolan vom August und Oktober 1976 und in Get It Together (1977) sind legendär und vermitteln einen herrlichen Eindruck von der Extravaganz, mit der die einzigartige Persönlichkeit Bolans sich darstellte.

Exklusives halten die Ausschnitte der Christmas Shows im „Theatre Royal“ bereit: Zwei der Auftritte sind hier zum ersten Mal zu sehen, ein weiterer Song, To Know You Is To Love You, zeigt ihn zusammen mit seiner Lebensgefährtin Gloria Jones, die ihrerseits durch einen Song namens „Tainted Love“ berühmt wurde. Besonders die deutschen Fans dürften sich über das Kapitel Ten Greatest Hits freuen, das Mitschnitte aus Ilja Richters „Disco“-Reihe und aus dem „Musikladen“ aus den Jahren 1971-1974 enthält.

Weiterhin enthält die DVD die knapp einstündige Dokumentation „Dandy In The Underworld“ über den Werdegang Bolans und T. Rex, das von zahllosen Interviews u.a. mit seinem Bruder Harry Feld, Produzent Tony Visconti, Steve Harley, Marsha Hunt, Gloria Jones, dem gemeinsamen Sohn Rolan Bolan, aber auch Billy Idol, Morrissey, Siouxsie Sioux und den Bandmitgliedern von T. Rex getragen wird. Ein intensiver Blick auf die widersprüchliche und faszinierende Person Marc Bolan, die in sechs Sprachen untertitelt werden kann.

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