Covenant - In Transit - Cover
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Covenant In Transit


  • Label: Synthetic Symphony/SPV
  • Laufzeit: 200 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„In Transit“ zeigt die Band auf sympathische Art und Weise sehr persönlich.

Covenant aus Helsingborg, Schweden, sind spätestens seit dem Album „Northern Light“ aus 2002 zu gewachsenen Helden aus der EBM/Electro-Szene geworden, die den Blick auch auf diverse andere Arten elektronischer Musik richten und vor allem kein dunkles Klischee bedienen. Hier regieren unverkennbar ins Mark fahrende Synthie-Flächen und variantenreiche Beats, welche zuletzt auf dem Longplayer „Skyshaper“ (2006) zusammen mit dem dunkel hervorstechenden Gesang von Eskil Simonsson für Furore sorgten und die Hallen in Europa, Nord- und Süd-Amerika füllten.

Davon erzählt nun das Roadmovie „In Transit“, welches auf sympathische Art und Weise die Band sehr persönlich zeigt und so manches Schmunzeln verursacht. Wie könnte man sonst reagieren, wenn man von der Geschichte hört, dass Covenant zu Ehren von Kraftwerk mit „Trans-Europa-Express“ im Ghettoblaster gewaffnet am Düsseldorfer Hauptbahnhof standen und die Einfahrt eben dieses Zuges mit der Magie einer Sonnenfinsternis vergleichen. Und das ist nur eine von vielen Anekdoten, die zwischen den Bühnenaufnahmen, Backstage-Impressionen und Interviews erzählt werden. Leider ist eine Bewertung der Extras nicht möglich, da diese auf der zweiten DVD (neben einem kompletten Konzertmitschnitt) zu finden sind und dieser Silberling nicht zum Promo-Umfang gehörte.

Die schwarz-weißen Impressionen, welche immer wieder zwischen den Teasern aus der Live-Show die Regie übernehmen und sich wunderbar in das vorwiegend mit tiefblauen Lasern ausgestattete Bühnenbild einfügen, tragen zu einer großartigen Gesamtatmosphäre bei, die es tatsächlich schafft, an einen echten Film anzuknüpfen. Nicht, wie bei anderen Produktionen dieser Art, aneinander gereihte Puzzleteilchen, sondern ein in sich tief verwobenes Konstrukt aus dem Leben auf der Tour, der euphorischen Rastlosigkeit während und nach des Konzertes und der authentischen Präsentation als Menschen, die ihren Erfolg längst nicht als Selbstverständnis hinnehmen und unterhaltsam ihre Normalität in das heimische Wohnzimmer tragen. Dabei tritt die Musik fast in den Hintergrund, doch nicht ohne die stets hochklassigen Klänge an den Rand zu drängen, sondern sie als unterschwelliges Medium zwischen Künstler und Fan einzusetzen und zusammen mit der erzählenden Art eines Filmes wundervoll zu verquicken.

Anspieltipps:

  • Swimming
  • Der Leiermann
  • Call The Ships To Port
  • After all...
  • Outro
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