AC/DC - Family Jewels - Cover
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AC/DC Family Jewels


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 173 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Family Jewels“ fasst den Werdegang der Starkstrom-Rocker bis zum „The Razor’s Edge“-Album (1991) und der darauf folgenden Live-CD (1992/93) eindrucksvoll zusammen.

Live-DVDs von AC/DC wie „No Bull“, „Live At Donington“ oder „Stiff Upper Lip: Live“ sind seit jeher ein Fest für Augen und Ohren. Doch jetzt öffnen die Australier ihr Schatzkästchen und präsentieren 40 (!) Songs aus 30 Jahren Karriere in Form von extrem raren Promo-Clips, Live-Auftritten und TV-Mitschnitten. Vereint auf zwei DVDs ist „Family Jewels“ damit die ultimative „Best-Of“-Doppel-DVD der Hardrock-Legende und nebenher die erste AC/DC-Veröffentlichung, die (fast) die komplette Karriere und das gesamte Werkschaffen dieser einzigartigen Band umfasst!

In satten drei Stunden Spielzeit bekommt der geneigte Fan sämtliche Hits von 1975 bis 1993 dargeboten – und das exakt chronologisch geordnet und in die Bon-Scott- (1975 – 1980) und Brian-Johnson-Ära (1980 – 1993) aufgeteilt. Darunter befinden sich zahlreiche zeitlose Highlights der Rock-’N’-Roll-Geschichte, die die Band weder MTV noch anderen TV-Sendern zur (Zweit)-Ausstrahlung angeboten hat! Doch jetzt ist all das auf der Doppel-DVD „Family Jewels“ festgehalten. Angefangen bei seltenen Live- und TV-Aufnahmen der ersten Jahre wie „Baby please don't go“ (aufgezeichnet im April 1975 in einem TV-Studio, zeigt Bon Scott in Frauenklamotten!), „Show business“ (ein fetter Blues ‘N’ Boogie, live on Stage im Juni 1975, bei dem Bon Scott wieder im urkomischen Outfit auftritt), „Jailbreak“ (amüsanter Promo-Clip aus dem Jahr 1976, aufgenommen in einer komischen Fels- und Kraterlandschaft), „Dirty deeds done dirt cheap“ (wieder einer dieser TV-Auftritte, diesmal vom Dezember 1976, bei dem die weiblichen Fans vor Ekstase quieken) und „Let there be rock” (´77er Promo-Clip, in dem die Bandmitglieder als Ministranten auftreten und Bon Scott einen strippenden Priester gibt; wahrlich göttlich).

Während die Geschichte der Band wie im Fluge an einem vorüberfliegt, lässt sich deutlich feststellen, dass das Medium Video-Clip immer mehr an Bedeutung gewinnt und aus diesem Grund immer größere künstlerische Einflüsse in die Gestaltung der Promo-Clips Einzug halten. Dennoch haben AC/DC immer darauf geachtet, dass der Live-Aspekt bei ihren Videos nicht zu kurz kommt. Kleine Geschichten, die schauspielerisches Können verlangen, kamen erst in den 80er Jahren auf („Fly on the wall“, Promo-Clip, 1985). Die Siebziger beschränkten sich dagegen auf mitgefilmte Playback-Auftritte und Konzertmitschnitte („Riff raff“, „Flying thing“/„Rocker“, live in Glasgow, April 1978, „Whole lotta Rosie“, live aus der BBC-Show „Rock goes to college“, Oktober 1978).

DVD Nummer 2 enthält zweifellos die Clips der erfolgreichsten Phase der Hardrocker. Brian Johnson hat inzwischen das Mikrophon des verstorbenen Bon Scott übernommen und zeichnet sich als würdevoller Nachfolger seines Trinkfreudigen Vorgängers aus. Mit „Hells bells“ (Promo-Clip, 1980) und „Back in black (Promo-Clip, 1980) befinden sich auch gleich zwei absolute Gänsehautnummern am Anfang der Clip-Retrospektive. Es folgen diverse Songs aus der schwierigen Post-„Back In Black“-Phase von den Alben „Flick Of The Switch“ (1983), „Fly On The Wall“ (1985) und „Who Made Who“ (1986), als die Band etwas orientierungslos wirkte. Erst bei „Blow Up Your Video“ (1988), mit Songs wie „Heatseeker (Promo-Clip, 1988) und „That’s the way I wanna rock & roll” (Promo-Clip, 1988) und dem Mega-Comeback „The Razors Edge” (2000), von dem die Clips „Thunderstruck“, „Moneytalks” und „Are you ready“ stammen, geht es wieder steil Bergauf.

AC/DC haben die Rock-Welt von den Anfangstagen im Jahr 1973 bis ins Hier und Jetzt mit ihrem unvergleichbaren Sound geprägt. In der heutigen Besetzung mit den Gebrüdern Malcolm und Angus Young (Gitarre), Phil Rudd (Drums), Cliff Williams (Bass) und Brian Johnson (Vocals) ist die australische Band zu einer der größten der Erde aufgestiegen. Den Löwenanteil dieser Erfolgsgeschichte macht zweifellos das „Back In Black“-Album aus dem Jahr 1980 aus. Mit Verkaufszahlen weit über 40 Millionen Einheiten ist es das zweiterfolgreichste Album der Musikgeschichte und aufgrund der Verarbeitung des Todes von Frontmann Bon Scott auch das nahegehendste in der der Band-History. „Family Jewels“ fasst den Werdegang der Starkstrom-Rocker bis zum „The Razor’s Edge“-Album (1991) und der darauf folgenden Live-CD (1992/93) eindrucksvoll zusammen. Weshalb die letzten Studiowerke „Ballbreaker“ (1995) und „Stiff Upper Lip“ (2000) keine Verwendung auf der Doppel-DVD finden, kann nur spekulativ beantwortet werden. Entweder ist es eine Frage der Rechte oder schlicht die Vorhut für „Family Jewels – Teil 2“. Wir werden sehen und harren gespannt der Dinge. Aber zuerst wollen wir ein neues Studioalbum, das bereits seit geraumer Zeit angekündigt wird und im Laufe des Jahres 2005 endlich in die Läden kommen soll.

Anspieltipps:

  • Hells bells (Promo-Clip, 1980)
  • Heatseeker (Promo-Clip, 1988)
  • Dog eat dog (Promo-Clip, 1977)
  • Riff raff (Live in Glasgow, 1978)
  • Thunderstruck (Promo-Clip, 1990)
  • Touch too much (Promo-Clip, 1979)
  • Let there be rock (Promo-Clip, 1977)
  • Shot down in flames (Promo-Clip, 1979)
  • Rock ‘n’ roll damnation (Promo-Clip, 1978)
  • You shook me all night long (Promo-Clip, 1985)
  • That’s the way I wanna rock & roll (Promo-Clip, 1988)
  • For those about to rock (we salute you) (Live Promo-Clip, 1983)
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