Jay-Z - Collision Course - Cover
Große Ansicht

Jay-Z Collision Course


  • Label: Def Jam/Warner Bros.
  • Laufzeit: 97 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal liegt das Geniale so nahe und trotzdem kommt niemand auf die Idee. Doch wieder einmal erweist sich der Musiksender MTV als innovativer Initiator eines simples Konzepts und lässt dem legendären „MTV Unplugged“ das ebenso hitverdächtige „MTV - Ultimate Mash-Ups“ folgen. Nachdem „Unplugged“ auf akustische Darbietungen bekannter Songs setzte, verfolgt „Mash-Ups“ das Ziel, völlig unterschiedliche Musikstile und –stars im Studio und/oder auf der Bühne zusammenzubringen. Pate für diese Idee sind die in England so beliebten „Bastard Pop“-Künstler, die illegal verschiedene Tracks ineinander mixen und im Untergrund als Maxi-Singles veröffentlichen. Jetzt springt MTV auf diesen Zug auf und bringt hochoffiziell die Topstars der Szene für seine Version des „Bastard Pop“ zusammen.

Den Anfang einer hoffentlich langen Reihe von Künstlern, die sich ohne musikalische Vorbehalte auf einer Bühne und anschließend im Studio treffen, um aus ihren Songs gemeinsam neue Kompositionen zu erstellen, machen Rapper/HipHopper und Beyoncé-Knowles-Freund Jay-Z und die Nu-Metaler von Linkin Park. Linkin Park triumphierten mit ihrem Debütalbum „Hybrid Theory“ (2000) und wurden über Nacht nicht nur zum erfolgreichsten Vertreter des so genannten Nu-Metal, sondern auch zur meist geliebten und gehassten Band des Globus. Selten wurde eine Rockgruppe in solch einer Windeseile von einer Plattenfirma gemolken und zur Veröffentlichung von überflüssigen DVDs und peinlichen CDs, wie dem katastrophalen Remix-Album „Re-Animation“ (2002) und dem total sterilen Live-Album „Live In Texas“ (2003) genötigt. Shawn Carter, alias Jay-Z erschien Mitte der Neunziger in der HipHop-Community und spielte sich ebenfalls in Rekordzeit in die führende Liga des Genres. So gut wie jedes der zehn Alben des New Yorker Rappers verkaufte sich weltweit in Millionenhöhe.

Ausgangspunkt der Kollaboration mit Linkin Park war der 18. Juli 2004, als auf „MTV Mash Up“ zwei Videoclips der beiden Acts so ineinander gemixt wurden, dass es einen überraschend guten Bastard ergab. Getoppt wurde diese Darbietung von einem Live-Auftritt im Roxy Theater in West Hollywood, bei dem eine ganz neue Form des Crossover geboren wurde. Dieser Gig und die Studio-Sessions liegen nun in Form eines Doppelalbums (CD/DVD) namens „Collision Course“ vor. Auf der CD befinden sich die Studioaufnahmen, bei denen 13 Jay-Z/Linkin-Park-Songs zu sechs neuen Tracks vermischt wurden. Die DVD präsentiert den Live-Mitschnitt des Sets, Bilder von den Studioaufnahmen, eine Fotogalerie, sowie die Originalfolge von „Ultimate Mash-Ups“, die erstmalig im November 2004 ausgestrahlt wurde.

Die eigentliche Sensation am Treffen der beiden Megaseller ist in der Tat, dass die Verbindung aus HipHop/Rap und beinharten Metal-Gitarren perfekt harmonisiert. Das liegt zum einen an den wandlungsfähigen Raps von Jay-Z, der zu den beliebtesten Kollaborationspartner im Rap-Zirkus gehört und zum anderen an den eingängigen Melodien der Nu-Metaller. Zusammen mit den ultra-fetten HipHop-Beats und den schneidenden Riffs ergibt dies eine der interessantesten Platten des Jahres 2004. Liebe Leute, da muss der vermeintliche Brass auf Linkin Park und die latente Abneigung gegen Rapper einfach mal zurückstehen, denn „Collision Course“ muss man definitiv gehört haben!

Anspieltipps:

  • Numb/Encore
  • Jigga what/Faint
  • Dirt off your shoulder/Lying from you
  • Points of authority/99 problems/One step closer
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Gebäck In The Days: Live In Hamburg
  • 2017    
Diskutiere über „Jay-Z“
comments powered by Disqus