Phillip Boa And The Voodooclub - Decadence & Isolation - Cover
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Phillip Boa And The Voodooclub Decadence & Isolation


  • Label: Motor Music/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Decadence & Isolation“ ist durchwachsen und hat trotzdem seine seligen Momente, wenn das Gespann Boa/Lund ergreifend die Mikrophone beglückt.

Das Vorgängeralbum “C90” von 2003 hat es angedeutet: Pia Lund ist wieder im Boot des Voodooclubs und Phillip Boa hat seine unverwechselbare Gesangspartnerin zurück. Nachdem die EP „20 Years Of Indie Cult“ einen Blick zurück wagte, sind nun alle Fühler in Richtung Zukunft ausgestreckt. Der eigensinnige Herr mit Wohnsitz auf Malta hat nach Jahren der Ruhelosigkeit scheinbar seinen Heimathafen gefunden. „Decadence & Isolation“ ist voller Energie und gibt sich ohne Eskapaden dem Rock hin, wie man ihn kennt und schätzt. Swen Meyer (Tomte, Kettcar) und Gordon Raphael (The Strokes) produzierten dieses simpel gestrickte Album, ohne süße Melodien außen vor gelassen zu haben.

Die Schrägheit in der Stimme von Phillip Boa wird von energischen Gitarren und dem filigranen Organ Pia Lunds eingerahmt. „Have You Ever Been Afraid“ ist wild und ungezähmt, während der Titeltrack einen hymnenartigen Refrain aufweist und vielseitiger daherkommt. Der autobiographische Titel „Making Noise Since ´85“ gibt sich trotzig und so ertönt auch die Musik. Man lässt sich leicht mitreißen und leibt sich an der Spielfreude des wiedervereinten Voodooclubs.

Aufmunternde Drums und Madame Lund geben sich dem Pop hin, als „Burn All The Flags“ erklingt und im weiteren Verlauf in eine ähnliche Kerbe wie die vorigen Songs tritt. Einfach gestrickter Rock mit Widerhaken und einem wütenden Unterton. Der mit Engelsflügeln erschaffende Gesang von Pia Lund erreicht höchst harmonische Ausmaße. Mit einem lockeren Rhythmus versehen, bringt „The People I Saw Were No Angels“ Abwechslung in den schlichten Rock-Kontext. Es groovt sanft und räudig zugleich, wenn die ungleichen Stimmen vereint erklingen und durch Gegensätzlichkeiten berühren. Kühle Eleganz britischer Prägung erklimmt in „God´s Train“ die himmlischen Höhen und erweist sich als dunkler Hoffnungsträger. Dieser macht gleich bei „Intrigue And Romance“ weiter und glänzt mit wavigen Gitarren. Man ist noch einmal entzückt und schmunzelt über die Lyrics, in denen sich Phillip Boa wie der späte Oscar Wilde fühlt, ehe man sich den nüchternen Tatsachen widmet.

„Decadence & Isolation“ ist durchwachsen und hat trotzdem seine seligen Momente, wenn das Gespann Boa/Lund ergreifend die Mikrophone beglückt und das Songwriting ein wenig mehr Abwechslung sowie frische Ideen zulässt. Diese wirklich schönen Momente drohen jedoch ob der 08/15-Rocksongs zu verblassen. Musikalisch ist dieses Werk trotz der unbekümmerten Spielfreude insgesamt eher blass. Lediglich Pia Lund glänzt auf ganzer Linie und drückt den Tracks ihre charmante Note auf, ohne die das Album im Mittelmaß versinken würde.

Anspieltipps:

  • God´s Train
  • Burn All The Flags
  • Intrigue And Romance
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