JJ Cale - The Road To Escondido - Cover
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JJ Cale The Road To Escondido


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

JJ Cale und Eric Clapton können die Erwartungen mehr als erfüllen.

Nach jahrelangem gegenseitigem Schwärmen haben JJ Cale, der Country- und Bluesmusiker aus Oklahoma City, und Eric Clapton, der in den 60ern als Gitarrist des Powertrios Cream erstmals kommerziellen Erfolg gehabt hatte, vor einem Jahr ein gemeinsames Projekt in Angriff genommen. Ein locker-flockiges Blues-Album sollte es werden. Damit auch nichts auf die falsche Bahn geriet, wurden mit der Soullegende Billy Preston an der Hammond und dem Allrounder Taj Mahal an der Bluesharp gleich zwei weitere Hochkaräter ins Projekt miteingespannt. Vor wenigen Tagen wurde nun das Resultat präsentiert.

Nach leicht mühsamem Start, mit zwei passablen Softrock-Tracks („Danger“ – zugleich die erste Singleauskopplung – und „Heads in Georgia“), wird dem Hörer das volle Blues-Programm geboten: „Missing person“ eröffnet den Reigen, „When this war is over“ kommt im Boogie-Kleid daher. „Sporting life blues“ ist Vintage-Sound vom Feinsten. Es folgt mit „Dead end road“ ein Country-Blues, wo man JJ Cales Stil deutlich heraushören kann, bevor mit „It’s easy“ und „Hard to thrill“ wieder klassische Blues-Nummern nach „Schema F“ geboten werden. „Anyway the wind blows“ ist ein Rhythm’n’Country Song mit überzeugenden Gitarrenparts. Überhaupt ist die Gitarrenarbeit auf dem ganzen Album zu loben – was von den beiden Gitarrenvirtuosen aber auch nicht anders zu erwarten war.

„Three little girls“ ist eine Folk-Ballade, in welcher nur Taj Mahals Bluesharp positiv auffällt. „Don’t cry sister“ hat interessante Ansätze, ist im Ganzen aber ähnlich einfallslos wie sein Vorgänger. „Last will and testament“ ist nochmals ein richtiger Blueser, bevor das Album dann durch zwei weitere Softrock-Tracks („Who am I telling you?“ und „Ride the river“) abgeschlossen wird. Dass sich die beiden Gentlemen von Track 9 an immer öfters im Balladen-ähnlichen Softrock verlieren und zudem der eine oder andere Song als Füllware zu bezeichnen ist, ist den Herren Clapton und Cale dennoch zu verzeihen. Denn in ihrer Blütezeit reichten locker und leicht acht Tracks für ein Album aus.

„The Road To Escondido“ eignet sich zum Abschalten und Entspannen. Es handelt sich um Bluesmusik zum Relaxen, zu der sich wunderbar Hausaufgaben machen lassen oder Steuererklärungen ausgefüllt werden können. Und da Zeit bekanntlich Geld ist, sind die 15 Euro für das Album schnell wieder reingeholt, womit „The Road To Escondido“ letztendlich auch die langfristig preiswertere Alternative zum Mittagsschlaf darstellt. Fazit: JJ Cale und Eric Clapton können die Erwartungen mehr als erfüllen.

Anspieltipps:

  • Sporting Life Blues
  • When This War Is Over
  • Last Will And Testament
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