Mark Knopfler - All The Roadrunning - Cover
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Mark Knopfler All The Roadrunning


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Knopfler öffnet mit „All The Roadrunning“ ein gut gehütetes Schatzkästchen mit 12 Songs, die er zusammen mit der Country-Ikone Emmylou Harris peu à peu eingespielt hat.

Was haben das aktuelle Album von Bruce Springsteen („We Shall Overcome: The Seeger Sessions”) und die neue Platte von Mark Knopfler, „All The Roadrunning“, gemeinsam? Nun, beide Werke entstanden in den letzten sieben Jahren, also zwischen 1998 und 2005, in lockerer Gemeinschaftsarbeit mit befreundeten Musikern, ohne Veröffentlichungsplan und vollkommen ohne Druck der Plattenfirmen. Beide CDs erscheinen nun am selben Tag und stellen etwas ganz Besonderes dar.

Mark Knopfler öffnet mit „All The Roadrunning“ ein gut gehütetes Schatzkästchen mit 12 Songs, die er zusammen mit der Country-Ikone und elffachen Grammy-Gewinnerin Emmylou Harris peu à peu eingespielt hat – immer wenn beide etwas Zeit neben ihren Hauptbeschäftigungen finden konnten. Allein diese Entstehungsgeschichte ist weitaus spannender, als die letzten Knopfler-Studioalben „The Ragpicker’s Dream“ (10/2002) und „Shangri-La“ (09/2004) zusammen. Dabei ist die musikalische Basis dieselbe geblieben. Denn auch dieses Album atmet den Geist und die tiefe Entspanntheit eines glücklichen Menschen, der in seinem Leben alles erreicht hat und niemanden mehr etwas beweisen muss. Doch was in der Vergangenheit abgestanden, vorhersehbar und technisch eine Spur zu perfekt klang, wird nun mit erdigen Roots-Sounds und der charismatischen Stimme Emmylou Harris’ gekreuzt, die perfekt zum knurrigen Organ Knopfler passt.

Betreut von Knopflers Stammproduzenten Chuck Ainlay und eingespielt mit Glen Duncan (Geige, Mandoline), Richard Bennett und Dan Dugmore (Gitarre), Jim Cox und Guy Fletcher (Keyboards), Glen Worf (Bass) sowie Chad Cromwell und Danny Cummings (Drums), liefern die beiden Musiklegenden eine wohlige Mischung aus Folk, Country und Bluegrass ab. Das Tempo bleibt dabei meistens im mittleren Bereich, schließlich muss man mit Ende 50 nicht mehr hetzen. Dafür schwingen sich die Harmonien zu ungeahnten Höhen auf und zaubern mehrere traumhaft schöne Melodien aus dem Hut.

Referenzen an Knopflers Vergangenheit scheinen dabei eher selten durch. So greift „This is us” den Rhythmus des Dire-Straits-Hits „Calling Elvis” auf, während „If this is goodbye“ und „Beachcombing“ Erinnerungen an das typische Dire-Strais-Gitarrenspiel wecken. Ansonsten kommt „All The Roadrunning“ als gut abgehangenes Alterswerk daher, das mit fast schon traditionellen Songs und einem neuen Songwriter-Traumduo überrascht. Wer hätte vor Jahren gedacht, dass ein Album mit Beteiligung von Mark Knopfler noch mal spannend und aufregend sein kann?

Anspieltipps:

  • Rollin’ on
  • Donkey town
  • Beachcombing
  • I dug up a diamond
  • Beyond my wildest dreams
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