Iain Archer - Magnetic North - Cover
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Iain Archer Magnetic North


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Iain Archer war bereits im Jahre 2003 in aller Ohren. Und das wissen nur wenige. Der in dem kleinen nordirischen Fischerdorf Bangor aufgewachsene Nordire wurde für seine Co-Autoren-Verdienste zum Snow-Patrol-Hit „Run“ mit dem Ivor Novello-Award (dem höchsten britischen Musikpreis) ausgezeichnet. Aber während seine ehemalige Band mittlerweile den (finanziellen) Durchbruch geschafft hat, versucht Archer mit seinem zweiten Album „Magnetic North“ an, wie er sagt, „vertraute Orte zurückzukehren, wo er vor langer Zeit viel Zeit verbracht hat“. Und das trifft auch die Atmosphäre des Albums sehr gut wieder.

Archer, der vor seiner Musikerkarriere in einem Hostel für obdachlose Jugendliche in London gearbeitet hat, kennt sie all zu gut. Die Geschichten von Isolation, kalten Wahrheiten und wundervollen wie furchtbaren Erfahrungen. Das alles verarbeitet er nun, wie schon auf seinem von Kritikern hoch gelobten Vorgängerwerk „Flood The Tanks“, in einer musikalisch wie textlich höchst anziehenden Art und Weise.

„Magnetic North“ ist gespickt mit feinem, akustischen und transparentem Indie-Pop, der im Gegensatz zu Snow Patrols neuem Werk weniger auf Stadionrock getrimmt ist. Stattdessen durch eine gewisse betörende Unschuld in seinen Liedern zu überzeugen weiß. Iain rockt reserviert, tastet sich mit Akustikgitarre bewaffnet behutsam an seine Songs heran. Ohne Pathos und mit einer charmanten Leichtigkeit lässt er die größtenteils melancholischen Melodien mit Hilfe seiner charismatischen Stimme und eines ausgezeichneten Songwritings in hellem Glanz erstrahlen.

Ob der zerbrechlich wirkende, Folk-nahe „Canal Song“, das mit kleinem Chor ausgestattete, poppige und spärlich errichtete „Collect Yourself“ oder das hymnische, aber stets überschaubare „Everything I’ve Got“. Archer schaff es ohne Peinlich zu wirken mit seinen Liedern zu berühren. Das in bester Shins Manier vorgetragene „Soleil“ wirkt genauso authentisch wie das melodiöse und intime „Frozen Northern Shoes“ oder das akustische und bittersüße „Luke’s Point“.

Im rockigeren, am ehesten an vergangene Snow Patrol Zeiten erinnernde „When It Kicks In“ bringt Archer seine Intention von „Magnetic North“ auf den Punkt: „Cos' your mind it needs opening“. Manchmal etwas zu kurzweilig geraten, aber dennoch mit einer unglaublichen Intensität versehen, ist ihm mit „Magnetic North“ ein tolles und zum Nachdenken anregendes, graziöses Popalbum gelungen.

Anspieltipps:

  • Canal Song (End Sentence)
  • When It Kicks In
  • Everything I've Got
  • Luke's Point
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