Thief - Sunchild - Cover
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Thief Sunchild


  • Label: Sonar Kollektiv
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist wirklich traurig, dass wenn an deutsche Musik gedacht wird, immer von Bands wie Cinema Bizarre, Tokiohotel oder Monrose die Rede ist. Auch wir Deutschen haben einen Independent-Bereich vorzuweisen. Man findet so einige Perlen und auch durchweg gute Musik lässt sich finden, die mit den lieblosen, abgeschliffenen Monsterproduktionen der Chartstürmer wenig gemein haben.

Als eine dieser Bands lässt sich Thief einordnen. Der Berliner Sänger Sascha Gottschalk und die beiden Mitglieder der Band Jazzanova Stefan Leisering und Axel Reinemer haben sich zusammengetan, um ein Werk zu schaffen, das von der Presse interessante Genrebezeichnungen wie „Neo-Folk mit psychedelischen Anklängen“ findet. Das Mitwirken der Jazzanova-Mitglieder lässt den Hörer im Vorfeld wissen, dass man es mit beruhigenden, jazzigen und elektronisch abgerundeten Tönen zu tun haben wird. Gottschalk zeichnet sich auf diesem Album als eine der vielen unbekannten Stimmen auf diesem Planeten aus, die niemand kennt, die in Sachen Können so einiger Größe in nicht viel nachstehen.

Man könnte jetzt der Ansicht sein, dass das Album zu verschlafen ist, gleichen sich doch alle Songs in ihrem Grundgerüst: poppige, leichte Gitarre, trifft oben genannte Jazzelemente und Elektronika. Man mag die Platte n manchen Stellen gar in den Lounge-Bereich setzen. Besonders das Herz des Albums konzentriert sich auf diese Art der Musik („Clouds“, „Does It Make Any Sense“, „Somewhere“). Wenn da nicht immer wieder luftiger Gitarrenpop auftauchen würde („Sunchild“, „If There Was A Love“). Alles solide und perfekt zum Entspannen, aber auch Thief lassen sich Höhepunkte nicht nehmen. Ein „I Can’t Remember“ brilliert mit im Kontrast gespielten Gitarren, die Hoch und Tief auf eine Ebene bringen und „Home“ ist ein richtiger (fast schon zu lieber) Ohrwurm. Den eigentlichen Höhepunkt setzt aber das im Durchschnitt recht kurze „Hold On, Hold On“. Einer der wenigen Songs auf diesem Album, der mit dem Wort Uptempo in Verbindung gebracht werden darf. Ein schneller Song, der trotzdem nicht aus dem Gesamtbild fällt, aber gerade die Lebendigkeit und das Tempo (sowie ein verboten einfräsender Riff) machen dieses Lied zum stärksten auf Thiefs Debütplatte.

„Sunchild“ ist keine Offenbarung der Independentsparte Deutschlands, aber mit einem Song wie „Hold On, Hold On“ liefert diese leichte und jazzige Gitarrenpopkost eines DER Lieder für Frühjahr/Sommer 2007 (und selbstverständlich auch für folgende Jahre). Ansonsten ist es eine Platte mit der man es sich zu kalten Jahreszeiten zu Hause gemütlich macht und an wärmere Zeiten denkt. Aber auch im Park auf dem Player oder bei einer ruhigen Gartenfeier im Sommer eignet sich Thief perfekt die Atmosphäre abzurunden. Das alles ohne in den Charts herumzulungern und den eigenen Stil so lang zu schleifen bis nichts mehr von der eigenen Persönlichkeit übrig bleibt. An dieser Stelle noch ein kleiner Dank an Sonar Kollektiv.

Anspieltipps:

Sunchild
Hold On, Hold On
Somewhere
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5/10

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