Gackt - Diabolos - Cover
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Gackt Diabolos


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Gesamtkunstwerk, welches sich Gackt nennt, ist so etwas wie die avantgardistische Galionsfigur des J-Rock. Viele Details über den charismatischen Sänger liegen im Dunkeln, nicht einmal sein bürgerlicher Name ist der Öffentlichkeit bekannt. Dafür ist das Leben von Gackt umso schillernder. Neben der der Musik fühlt er sich mit zahlreichen Synchron- und Schauspielrollen auch im Film zuhause, sein Körper wurde sogar schon für diverse Videospiele digital eingescannt. Für Irritation bei manch allzu konservativer Seele sorgen die betont homoerotischen Bühnenshows des Japaners, dessen Interesse sich nach eigener Aussage aber doch eher auf Frauen richtet.

Weit weniger abgedreht als sein Image ist Gackts Musik, die ist nämlich einfach nur gut. Zu Recht zählt er zu den Großmeistern der modernen japanischen Musik. Elemente aus Rock, Metal und Pop leben hier in einer seltenen Eintracht miteinander. Schon an dem Intro „Misty“ kann man sich fast nicht satt hören, so viele Emotionen werden hier allein durch Piano und Geige erzeugt. Doch auch der erste richtige Track „Farewell“ hinterlässt einen mit einem wohligen Bauchkribbeln. Perlende Gitarren flirren über einen pulsierenden Groove, Gackts magische Stimme im Vergleich zu früheren Werken noch einmal deutlich gereift. Sie ist nun etwas tiefer und sonorer.

Spielerisch wird im Albumverlauf mit süchtig machenden Melodien um sich geworfen, besonders „Metarmorphoze“ und „Future“ wollen einen nicht mehr los lassen. Etwas härter geht es bei „Storm“ zu Werke, doch gibt es auch hier immer wieder diese melodischen Zwischenspiele, die den Gackt-Sound ausmachen. Als Krönung am Schluss steht die packende Ballade „I Know My Love Can Never Reach You“, die noch einmal alle positiven Komponenten des Albums in sich vereint. Dass es mit „Noesis“ und dem fröhlichen aber belanglosen „Road“ auch zwei weniger gelungene Songs auf das Album geschafft haben, sei hier natürlich nicht verschwiegen. Trotzdem, „Diabolos“ ist eine teuflisch gute Scheibe geworden.

Anspieltipps:

  • Farewell
  • Metarmorphoze
  • Future
  • Storm

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