Nicole Scherzinger - Killer Love - Cover
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Nicole Scherzinger Killer Love


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Fast vier Jahre betrug die Wartezeit auf dieses Album. Sie hat sich nicht gelohnt!

Nicht nur eine gefühlte Ewigkeit, sondern fast genau vier Jahre warten die Fans der Ex-„Pussycat Dolls-Sängerin nun schon auf das Solodebüt der 33-Jährigen, das ursprünglich „Her Name Is Nicole“ heißen sollte und jetzt als „Killer Love“ das Licht der Welt erblickt. In dieser Zeit wurde die Albumveröffentlichung mehrfach verschoben, was gewiss nicht nur an dem engen Terminkalender Scherzingers lag. Es wurde gemunkelt, dass ihre Plattenfirma die Sängerin ein ums andere Mal zurück ins Studio schickte, um die Songs nachzubessern.

Richtiger und konsequenter wäre es gewesen, das komplette Werk in die Tonne zu treten und von vorne anzufangen. Denn in neun von zehn Fällen ist und bleibt ein mehrfach beanstandetes Produkt trotz aller Nachbesserungen eine künstlerische Todgeburt. Immerhin hat sich „Her Name Is Nicole“ durch die vielen Verschiebungen zu einem Phantomalbum mit immerhin vier Singleauskopplungen gemausert, das bei diversen Onlinehändlern immer noch vorbestellt werden kann. Welch ein Hohn!

Doch nun ist es geschafft! „Killer Love“ liegt mit 14 Songs vor, an denen sich Songwriter und Produzenten wie RedOne, Josh Alexander, Tricky oder auch Jim Jonsin austoben konnten – genau so, wie man es befürchten konnte. Denn „Killer Love“ klingt wie das Ergebnis einer ausführlichen Markt- und Zielgruppenanalyse, auf das sich der geneigte Hörer leicht einstellen kann, da er meistens nur seine Déjà-vus verwalten muss. So sind Stücke wie „Poison“, „Wet“, „Club banger nation“ oder auch der Titeltrack „Killer love“ Dance-Popsongs, die mit stampfenden Beats und eingängigen Melodien ganz offensichtlich dem Stil einer Lady Gaga nacheifern, während R&B-Balladen wie You will be loved” und „Casualty“ auch von Leona Lewis stammen könnten. Mit „Right there“ bekommt sogar Rihanna ihren, wenn man so will, Tribute-Song.

Das alles ist auf Dauer natürlich schrecklich vorhersehbar und dabei leider nie richtig zwingend, wie ein Kleid von der Stange, das auch passt, aber nicht so viel hermacht wie ein Designerstück. Wirklich überraschend ist lediglich das Duett mit Sting („Power’s out”), aber nur deshalb, weil niemand den Grande Senior der erwachsenen Popmusik auf einem Album wie diesen erwarten würde. Die zusammen mit Nicole Scherzinger dargebotene poppige Halbballade ist dagegen mehr als harmlos und nicht der Rede wert.

Fast vier Jahre betrug die Wartezeit auf dieses Album. Eine lange Zeit, in der musikalische Trends mehrfach wechseln können, was es natürlich schwer macht, wenn die künstlerische Vorgabe in einer gewissen Trendanbiederung besteht. Damit wollen Künstler und Plattenfirma auf der einen Seite auf Nummer Sicher gehen, unterschätzen dabei aber den mündigen Hörer, der sich nicht gerne kalten Kaffee aus einem bisschen Pop, R&B und Electro vorsetzen lässt.

Anspieltipps:

  • Desperate
  • AmenJena
  • Killer love
  • Right there
  • Club banger nation

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