Christina Rommel - Willkommen im Anderswo - Cover
Große Ansicht

Christina Rommel Willkommen im Anderswo


  • Label: Elisapark/EDEL
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Zeiten sind hart, besonders im Musikgeschäft. Deshalb müssen sich die Promoter immer öfter total verrückte Sachen einfallen lassen, damit die Presse-Fuzzis aus den alltäglich auf sie hereinprasselnden CD-Mengen nicht nur die bekannten Gesichter ziehen, sondern auch mal wieder einen Newcomer vorstellen. Dabei scheinen die Kleinen von den Großen zu lernen. Denn wo die deutsche Plattenfirma Universal Music der Presse zum Marilyn-Manson-Album „Eat Me, Drink Me“ (06/2007) hochprozentige Absinth-Fläschchen spendierte (Mr. Mansons Lieblingsdrink), liegt dem neuen Album von Christina Rommel, „Willkommen im Anderswo“, ein Beutelchen mit wohlschmeckendem Tee bei.

Beides passt ideal. Bei Marilyn Manson wusste der Redakteur später nicht mehr, ob ihm der Schädel wegen der Musik oder des brennend servierten Schnapses dröhnt und bei Frau Rommel sorgt der Sponsoring-Partner aus dem heimischen Erfurt dafür, dass zu den oftmals sehr melancholischen Liedern der 26jährigen studierten Sozialpädagogin ein würziger Duft aus Zimt, Vanille, Ingwer, Kardamom, Orange und Nelke in der Luft liegt. Davon angeregt, macht sich der Rezensent auf die Such nach der passenden Schublade für die Musik von Christina Rommel.

Offiziell firmiert die Thüringerin als Popmusikerin. Doch Stücke wie „Mach die Augen auf“ und „Dann spürst du den Regen“ lassen auch leichte Assoziationen in Richtung Schlagermusik zu, während ein Song wie „Frei II“ durchaus unter Liedermacherin einsortiert werden kann. In „Schokolade“ streift Christina Rommel sogar die chansonartigen Annett-Louisan-Regionen. Gar nicht so leicht also mit den Schubladen. Und wenn wir ehrlich sein sollen, unter normalen Umständen auch kein Thema für dieses Magazin. Denn wie man es auch dreht und wendet, bei vielen Liedern auf Christina Rommels viertem Album schwingen Tendenzen in Richtung Schlagermusik mit, was einfach nicht so schön ist. Aber der Tee... – meine Herren, der hat’s in der Tat in sich. Die Familienpackung für die gesamte Redaktion ist jedenfalls schon bestellt.

Anspieltipps:

  • Frei II
  • Seelentanz
  • Raus in meine Stadt
  • Dann spürst du den Regen
Neue Kritiken im Genre „Pop“
6/10

Jellies
  • 2018    
Diskutiere über „Christina Rommel“
comments powered by Disqus