Basta - Wir Sind Wie Wir Sind - Cover
Große Ansicht

Basta Wir Sind Wie Wir Sind


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

A cappella-Combos haben immer noch Oberwasser: Von den Wise Guys bis hin zu den Jungs von basta erfreut sich dieses lange etwas abseits stehende Genre über eine zunehmende Fanbase. Auffällig daran ist, dass das Zentrum dieser Entwicklung wohl im schönen Köln liegen muss, da basta, wie auch die Wise Guys, aus der Stadt am Rhein kommen. „Wir sind wie wir sind“ ist das mittlerweile vierte Album der Combo, mit dem nun aktuell neue Fans angelockt werden sollen. Das Rezept ist altbewährt, wieder beschränkt sich die Band fast ausschließlich auf ihre Stimme und verzichtet auf jegliche Instrumente. So kann und muss sich auch diese Kritik auf das textliche und stimmliche Niveau der Platte beschränken – welches durchaus gegeben ist: Denn da tummelt sich ein ganzer Haufen sprachlich durchaus pfiffiger Texte mit originellen Ideen.

So beantwortet „GEZ“ die oftmals aufgeworfene Frage, wie man sich den nun verhalten soll, sofern die netten Herrschaften dieser allseits beliebten Behörde einmal an die eigene Tür klopfen sollten. „Spielerfrauen“ folgt einer ebenso lustigen Idee, nämlich der näheren Betrachtung dessen, was diese, erstaunlichermaßen wirklich oftmals blonden, Damen den lieben langen Tag treiben. „Surfen gehen am Rhein“ ist die zu erwartende Hommage an die Heimatstadt der Band und erinnert unweigerlich an den Wise Guys-Song „Köln ist einfach korrekt“ – eine Spur Lokalpatriotismus scheint unumgänglich zu sein. Neben diesen, wirklich originellen Songs, gibt es aber auch den ein („50 Dinge“) oder anderen („Sonne und Regen“) Song, den man irgendwie schon einmal gehört hat. Darüber hinaus ruft beispielsweise „Deutsch“ inhaltlich doch gewaltige Assoziationen mit dem ähnlich klingenden Song der „Prinzen“ hervor.

Jetzt näher auf die Texte einzugehen hieße Eulen nach Athen tragen, denn wie so oft typisch für A capella-Songs entspringt ein Großteil der Dynamik der Songs einfach aus dem oftmals einfach ins Auge springenden Wortwitz. So ist erinnert beispielsweise „Wir wollten doch nur Freunde sein“ stilistisch – man verzeihe mir den Vergleich – ein wenig an die altehrwürdigen Comedian Harmonists. Alles in allem rangiert „Wir sind wie wir sind“ allerdings qualitativ etwas hinter den Vorgängeralben zurück: Insgesamt ist die Dichte der richtig guten Songs nicht ganz so groß wie in der Vergangenheit, jedoch sind durchaus Tracks auf der Scheibe zu finden, die zum einen mit den Vorgängern mithalten können sowie live richtig Stimmung machen dürften.

Unterm Strich liefern die Jungs von basta ein grundsolide Album ab, dass sich im Dschungel der A-Capella-Combos durchaus nicht verstecken muss: Zweifelsfrei beherrschen die Jungs nach wie vor ihr Handwerk und können, auch das sollte erwähnt werden, zwar nicht immer textlich, jedoch durchweg stimmlich überzeugen. Insgesamt also ein gutes Album, dessen Erfolg abzuwarten bleibt.

Anspieltipps:

  • GEZ
  • Spielerfrauen
  • Wir wollten doch nur Freunde sein

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

World Be Live
  • 2018    
Diskutiere über „Basta“
comments powered by Disqus