Catpeople - Reel 1 - Cover
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Catpeople Reel 1


  • Label: Our Distribution/SOULFOOD
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die spanische Halbinsel ist immer wieder für musikalische Überraschungen gut – ein zugegebenermaßen platter Spruch, der nicht viel bedeuten muss. In dem uns vorliegenden Fall jedoch schon, gibt es doch einmal wieder wirklich Neues aus dem europäischen Süden zu vermelden: Mit Catpeople steht ein neuer Act in den Startlöchern der bestrebt ist, mit althergebrachter Indie-Mucke richtig Dampf zu machen. Stilistisch irgendwo in der Nähe von Placebo schlägt die Combo aus Galizien in eine momentan bekanntlich angesagte Kerbe. Darüber hinaus sind die Jungs zugleich bemüht, neben dem Debütalbum, auch durch Live-Auftritte eine möglichst breite Fanbase anzusprechen, touren sie doch nicht nur im heimischen Spanien sondern ebenso durch den Rest Europas.

Aber nun zur Platte selbst: Elf Tracks treten an, den geneigten Hörer in ihren Bann zu ziehen und zugleich zu beweisen, dass sich Indie nicht immer so anhören muss, dass man glaubt, es schon einmal irgendwann gehört zu haben. Genau das möchte am Anfang jedoch nicht wirklich funktionieren: Der Opener „Pretty Things“ fällt leider genau in diese Kategorie und kann nicht wirklich als neu angesehen werden. Besser wird dies erst mit „Radio“:Hier schafft Catpeople es erstmals, richtig Stimmung aufzubauen und den Zuschauer zu begeistern. Auch „Behind“ vermag zu überzeugen.

Es macht den Anschein, dass die Stärke der Band in den ruhigeren, balladesken Nummern liegt, in denen teilweise wirkliche Gänsehautstimmung auftritt. Schnellere Tracks wie „Mexican Life“ nerven hingegen fast schon aufgrund ihrer Hektik. Gleiches gilt für „Next Hours“: Irgendwie erscheint die Bassdrum auf Drogen zu sein – anders ist dieses penetrante Wummern in den unteren Frequenzen kaum zu erklären. Dieses Manko zieht sich bis zum letzten Song „Myst“, mit über sechs Minuten fast schon episch im Vergleich zum Rest der Platte, weiterhin durch. Nur zeigt gerade diese letzte Nummer umso deutlicher, zu was die Jungs imstande sind: Eine richtig schöne, atmosphärische Komposition, die zur Stimme von Lead-Sänger Adrián Pérez passt und insgesamt aufgrund ihrer leicht experimentellen Charakters auch Potential zu mehrmaligem Hören mitbringt.

Und dann ist „Reel#1“ nach nur gut 39 Minuten schon beendet – und lässt den Zuhörer mit gemischten Gefühlen zurück: Denn zu den drei, vier wirklich starken, meist ruhigen, Tracks gesellen sich auch vier bis fünf höchstens durchschnittliche Songs, in denen die besagte Bassdrum teilweise einfach alles niedermacht. Somit bleibt unterm Strich leider nicht viel qualitativ Hochwertiges übrig, dessen sich diese Newcomer rühmen können. Es bleibt abzuwarten, wie das Publikum außerhalb Spaniens Catpeople aufnehmen wird – möglicherweise können die Live-Auftritte beweisen, dass diese Combo richtig Potential hat, die es aber noch viel konsequenter auszuschöpfen gilt.

Anspieltipps:

  • Radio
  • Behind
  • Myst

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