Winger - Live - Cover
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Winger Live


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 94 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Manche erinnern sich vielleicht noch an die Poser von Winger, die Ende der Achtziger bis Mitte der Neunziger einige Hits für sich verbuchen konnte. Trotz der unbestreitbaren musikalischen Qualitäten der hauptsächlich aus Alice Coopers Band stammenden Musiker, konnten die vier Jungs um Fronter Kip Winger sich niemals wirklichen Respekt ihrer Kollegen erspielen. Im Musikvideo zu „Nothing Else Matters“ sieht man sogar wie Lars Ulrich von Metallica Dartpfeile auf ein Winger-Poster wirft. Selbst in der legendären Cartoonserie „Beavis & Butthead“ wurden regelmäßig Seitenhiebe auf die Rockband verteilt, kein Wunder dass sie sich bei all dem Hohn irgendwann auflöste.

Und trotzdem, nach einem fehlgeschlagenem Versuch gelang Winger 2006 mit dem von Kritikern gelobten Album „IV“ die Reunion. Im Line-up vertreten sind seit dem neben Chef Kip (Gesang, Bass) noch Reb Beach (Lead Gitarre), John Roth (Rhythmus-Gitarre) und Rod Morgenstein (Schlagzeug). Die folgende Tour im Jahr 2007 wurde für die Nachwelt auf der hier vorliegenden Doppel-CD festgehalten, dass ganze ist aber für Leute, zeitgleich erscheint zusätzlich noch eine DVD mit gleicher Tracklist.

Über die Tracklist lässt sich wirklich nicht meckern, neben den alten Hits wie „Easy Come, Easy Go“, „Seventeen“ oder „Miles Away“ gibt es einige Songs des neuesten Albums zu hören. Verzichten hätten man zwar auf das Gitarren- bzw. Schlagzeugsolo, zum Glück sind diese aber schon wieder zu Ende, bevor es zu ausufernd wird. Nötig gewesen wären die Solos sowieso nicht, insbesondere Rob Beach beweist auf den restlichen Tracks, dass er es einfach drauf hat. Erfreulich ist, dass das Haarspray nicht nur aus den Frisuren der Bandmitglieder, sondern auch aus den Arrangements gewichen ist. Die Songs wirken um einiges roher und damit frischer als ihre Pendants auf den alten Alben.

Soundtechnisch ist alles im grünen Bereich, jedes Instrument lässt sich gut heraushören. Zwar keimt ein wenig der Verdacht, dass an der einen Stelle einige Fehler nachträglich im Studio ausgebessert wurden, der Live-Atmosphäre tut dies aber keinen Abbruch. Zusammenfassend ist das etwas lieblos betitelte „Live“ also eine runde Sache. Natürlich, überragend waren Winger nie und sind es jetzt auch nicht, die Songs unterhalten trotzdem.

Anspieltipps:

  • Easy Come Easy Go
  • Your Great Escape
  • Miles Away

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