Jay-Z - American Gangster - Cover
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Jay-Z American Gangster


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 59 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Album inspired by a Movie? Das kommt wohl nicht häufig vor, ist aber bei „American Gangster“ der Fall, denn Jay-Z nahm den gleichnamigen Ridley-Scott-Film über den Heroin-Dealer Frank Lucas aus Harlem (gespielt von Denzel Washington) als Inspiration für sein neuestes Werk. Auf dem Original-Soundtrack wurde zwar keiner seiner Songs verwendet, jedoch hat Jay-Z auf seinem Konzeptalbum einige Szenen aus dem Film mit eingebaut. So erscheint mit „American Gangster“ nach etwa einem Jahr der Nachfolger von Shawn Corey Carters (Jay-Z) umstrittenem, aber erfolgreichem Comeback-Album „Kingdom come“.

Als Produzenten für dieses Album wurden u.a. Diddy (Sean „Puffy“ Combs), Just Blaze, The Neptunes, No-ID und Jermaine Dupri engagiert. Das die letzten drei genannten Stammproduzenten auf dem Album zu finden wären, war zu vermuten, aber dass Diddy (im Team mit LV, Sean C und Mario Winans) mit sechs Songs der Hauptproduzent dieses Album ist, überrascht doch ein wenig. Offizielle Gastauftritte gibt es von Lil' Wayne, Beanie Sigel und Nas, wobei auch Freundin Beyoncé, Cassie, Kanye West, Mario Winans und Bilal im Background des ein oder anderen Songs zu hören sind.

Das Intro stellt bereits klar, was für eine Art Konzeptalbum Jay-Z rausbringt. Düstere Stimmen, ein paar Schüsse, Zitate aus dem Film und eine Definition des Wortes „Gangster“. „Gangster“ zieht sich durch das Album wie ein roter Faden. So verwundert es nur wenig, dass in vielen Songs auch mehrere Male die Gangster/Mafia-Filme „Scarface“, „Goodfellas“, „Casino“ und deren Schauspieler Al Pacino und Robert De Niro erwähnt werden.

Es folgt das gospel-angehauchte „Pray“ mit Beyoncé im Background. Hintergrundgeräusche wie Polizeisirenen, Autotüren (öffnen, schließen), Autoverfolgung und Echoschreie, sowie die Synthesizer-Bass-Klänge machen „Pray“ zu einem der Highlights des Albums. Das mit Pianoklängen versehene „American Dreamin'” kommt mit den verwendeten Marvin-Gaye-Samples („Soon I'll be loving you again”) sehr soulig rüber. „Sweet” hingegen kommt sehr funkig daher und passt damit ebenso in das Konzept des Albums. Die absoluten Highlights von „American Gangster” sind allerdings „No Hook”, „Roc Boys (and the winner is)...” und „Success”. „And I don't need no hook for this shit”, rappt Hova in „No Hook” nach jeder Strophe fast schon singend auf einem schaurigen beat. Trompetenklänge warten dagegen in „Roc Boys (And The Winner is)...“ auf, bei dem man das Gefühl hat, dass Diddy für den Beat ein ganzes Orchester zusammengetrommelt hat. Dass aber Jay-Zs Rhymes wunderbar auf Orchestersounds passen, bewies Jigga bereits bei seinem Auftritt in der Royal Albert Hall in London. In dem Song gibt es sogar einen kleinen Dank an die Fans, die seine Platten kaufen: „Yeah, thanks to all the hustlers, and more importantly to you...the customer!“.

„Success“ zusammen mit Nas startet mit einer Szene aus dem Film und wuchtigem Bass, sowie Kirchenorgeln im Hintergrund. Die Singleauskopplung „Blue Magic“ mit Pharrell gegen Ende des Albums ist ordentlich, gehört jedoch zu den wenigen schwächeren Tracks des Albums. Ein anderer schwacher Track ist „Hello Brooklyn 2.0“ eine Neuauflage von „Hello Brooklyn“ (Beastie Boys). „Hello Brooklyn 2.0“ kommt sehr southlastig rüber, ist aber für das Konzeptalbum sehr unpassend und mit der Zeit auch nervig, vor allem weil der Titel im Anfangsviertel des Albums immer wieder aufzufinden ist.

„Reasonable Doubt 2“ bzw. „Reasonable Doubt 2007“? Yep! Ein bisschen zumindest. Das Thema „Gangster“ wird von Jay-Z wieder zum Hauptthema des Albums und es sind viele starke Titel auf dem Album zu finden, die für eine passende Atmosphäre sorgen. Die Produktionen sind nahezu perfekt und geben kaum Anlass zum meckern. Auch das in schwarzweiß gehaltene Cover erinnert wieder stark an sein Debütalbum „Reasonable Doubt“, der rote Schriftzug (Jay-Z) dagegen stark an „Scarface“.

Anspieltipps:

  • Pray
  • No Hook
  • Roc Boys (And The Winner Is)...
  • Ignorant Shit
  • Success
  • Fallin'

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