Film School - Hideout - Cover
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Film School Hideout


  • Label: Beggars Group/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gebe es nicht schon einen Soundtrack zu Richard Kellys düsteren Zeitsprung/Science Fiction Film „Donnie Darko“ (2001), könnte man sich durchaus vorstellen, dass Film School mit ihrem neuen Album zu damaliger Zeit beste Karten für die akustische Untermalung gehabt hätten. Zunächst einmal wirkt ihre mittlerweile zweite Veröffentlichung auf dem Beggars Banquet Label „Hide Out“ genauso düster, verloren und wirr, wie der sich auf der Suche nach den ihm im Hasenkostüm aufsuchenden „Frank“ befindlichen Tagträumer Donnie. Und ebenfalls wie dieser Film, sind auch die 13 neuen Songs der Band aus San Francisco wahrlich keine leichte Kost und man wird ein wenig Zeit brauchen, um ihre wahre Schönheit für sich zu entdecken.

Auf ihrem nunmehr dritten Studioalbum (und in neuer Bandbesetzung) offenbaren Film School erneut ihr außerordentliches Gespür für ein enorm makelloses Klangbild, welches durch seine geradezu galaktische Atmosphäre und seine markigen Rhythmen zu überzeugen weiß. Die Band verfolgt auch diesmal keine gängigen Trends, sondern versucht ihre eigenen künstlerischen Visionen musikalisch zu verarbeiten. Ihre stets in dichte Soundgewänder gehüllten Songs, wie das melancholische „Dear Me“ oder das nicht nur aufgrund seines Titels erwähnenswerte „Sick Hipster Nursed By Suicide Girl“ bieten ausreichend Spielraum für auditive Entdeckungsreisen. „Compare“ besticht mit einer erstaunlich sphärisch aufgeladenen Melodie und gehört zusammen mit dem sich fast schon explosionsartig entladenen „What I Meant To Say“ zu den Höhepunkten dieser Platte.

„Hide Out“ hätte definitiv auch als rein instrumentelles Werk eine hervorragende Figur abgegeben. Aber die meist aus dem Hintergrund auftauchenden und oft dezenten Vocals, lassen den geheimnisvollen und grenzenlos erscheinenden Soundgalaxien dennoch genügend Platz sich zu entfalten und leisten daher dem Hörgenuss auch keinen Abbruch. Wie bei dem klanglich glasklaren und beinahe hypnotischen „Go Down Together“ oder auch dem ansatzweise melodiösen und etwas hoffnungsfroherem „Two Kinds“. Jedoch weiß Frontmann Greg Bertens jederzeit auf die akustische Euphoriebremse zu treten, um den Fröhlicheren Tönen nicht zu viel Spielraum zu gewähren.

Alle Produzenten und Regisseure unserer Galaxie sind hiermit aufgerufen, sich dieses Album zu Gemüte zu führen. Egal ob Zeitsprungfantasien, futuristische Endzeit-Movies oder düstere Twin-Peaks-Verschnitte. Diese Musik scheint wie geschaffen für eine musikalische Begleitung eben solcher Projekte. Selbstverständlich sei „Hide Out“ auch sonst jedem ans Ohr gelegt, der nicht ausschließlich mit verträglichen Melodienschemata seine Freude hat. Es dauert vielleicht etwas länger um die wahre Pracht dieser Platte zu entdecken. Aber Verstecken müssen sich die Jungs von Film School mit ihrer belebenden Vermengung aus Shoegazer Pop und Spacerock auf gar keinen Fall!

Anspieltipps:

  • Dear Me
  • Two Kinds
  • Compare
  • What I Meant To Say

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