Lizzy Borden - Appointment With Death - Cover
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Lizzy Borden Appointment With Death


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war eine Pause, die der Metalband mit der blutigsten Bühnenshow seit Alice Cooper oder Kiss nicht abgeschlagen werden konnte und da das Ergebnis dieser Auszeit namens „Appointment with death“ unterm Strich gesehen ein zeitloses Album geworden ist, dass sowohl den Geist der 80er als auch den der 90er perfekt transportiert und wiedergibt, sieht man über den einen oder anderen schwächeren Song auch gerne hinweg. Doch alles der Reihe nach.

Lizzy Borden wurden 1983 gegründet und konnten sich durch eine im wahrsten Sinne des Wortes schockierende Bühnenperformance und den Alben „Love you to pieces“ (1985) und „Menace to society“ (1986) schnell eine treue Fangemeinde aufbauen, die den extrovertierten Stil der Band begrüßte. Mit zunehmendem Erfolg werden die Shows immer „braver“ und die Band beginnt nach und nach zu zerbrechen, bis 1992 die Auflösung das Ende bedeutet. Zwar gibt es bereits 1997 eine Reunion, doch erst 2000 erscheint mit „Deal with the devil“ das Comeback-Album. Ab nun müssen die Fans wieder einige Jahre warten, bis eine weitere LP aus dem Hause Lizzy Borden das Licht der Musikläden erblickt. Grund ist der tragische Autounfall von Gitarrist Alex Nelson im Mai 2004, bei dem dieser ums Leben kommt.

Als mit Ira Black endlich ein Ersatz für das tödlich verunglückte Bandmitglied gefunden wird, beginnen Mastermind Lizzy Borden (Gesang), Marten Andersson (Bass) und Joey Scott (Schlagzeug) mit den Arbeiten an Studioalbum Nummer 6. „Seltsamerweise ware es recht schwer, elf Songs zu schreiben, die vom Tod handeln. Textlich gesehen bildlich zu sprechen oder grotesk, das wäre zu einfach gewesen und absolut morbide zu sein, würde dem Konzept nichts neues geben. Ich habe es wie alle anderen LB-Platten auch geschrieben – wie ein Theaterstück oder einen Film. Es gibt einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende, bei denen uns der Hauptcharakter auf eine Reise nimmt. Der Tod ist überall um uns herum, er schleicht herum, wartet darauf, zuzuschlagen, verbreitet Angst unter den Lebenden und beeinflusst uns in vielerlei Hinsicht. Einige dieser habe ich so poetisch wie möglich zu ergründen versucht“ erklärt Borden.

Auf „Appointment with death“ ist von dieser Unsicherheit allerdings kaum etwas zu spüren. Einen Song nach dem anderen knallt der Vierer mit einer Wucht heraus, dass die Spieldauer von einer Stunde wie im Flug vergeht. Immer wieder wechseln sich in den stets melodiebetonten Tracks rasante Gitarrenläufe mit druckvoller Schlagzeugarbeit ab, während Mr. Borden mit seiner theatralisch aufgeladenen Stimme für die richtigen Akzente sorgt. Wäre das nicht schon genug gewesen, so hat es sich die Band außerdem nicht nehmen lassen, mit George Lynch (Dokken, Lynch Mob), Dave Meniketti (Y&T), Corey Beaulieu (Trivium), Jonas Hansson (Silver Mountain) und Eric Rutan (Hate Eternal) ein paar Gaststars für die Platte zu verpflichten, die den Songs noch zusätzlich eine eigene Note verpassen durften, wodurch der sechste Lizzy Borden-Output für den klassischen Heavy Metal-Fan nichts anderes als eine Pflichtscheibe darstellen sollte.

Anspieltipps:

  • Live Forever
  • Bloody Tears
  • Somethin´s Crawling
  • The Only Ones

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