Till Brönner - The Christmas Album - Cover
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Till Brönner The Christmas Album


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Multitalent greift tief in die Trickkiste und verwandelt zart-beseelte Lieder in filmmusikartige Symphonien.

Till Brönner (36) hat sich für sein neues Album etwas ganz spezielles vorgenommen. Deshalb war für den Trompeter, Komponisten und Produzenten in diesem Jahr schon im Sommer Weihnachten. Warum? Ganz einfach, weil sich Brönner rechtzeitig auf die Produktion seiner ersten Weihnachtplatte vorbereitet hatte, die pünktlich, mit dem üblichen Vorlauf von vier bis sechs Wochen , in den Läden stehen sollte.

Und siehe da: „The Christmas Album“ ist termingerecht startklar und in der „Deluxe Edition“ mit Bonus-DVD, verpackt in ein Hardcoverbook im gold-glänzenden Pappschuber und rotem Papierschleifchen, besonders festlich herausgeputzt. Doch das sind nur Äußerlichkeiten. Was zählt ist der Inhalt. Und dafür hat sich der Star-Trompeter einiges an nationaler und internationaler Prominenz ins Studio geholt.

„The Christmas Album“ wurde eingespielt mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin, The New York Voices, Curtis Stigers (Gesang), Chris Botti (Trompete), Dominic Miller (Gitarre), Frank McComb (Gesang), Stevie Woods (Gesang), Kim Sanders (Gesang), Don Grusin (Piano), Frank Chastenier (Piano) und der deutschen Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld.

Brönners Interpretationen reichen von klassischem Weihnachtsrepertoire wie „We wish you a merry christmas“, „White christmas“ und „Silent night“, über amerikanische Swing-Standards wie „Moon river“, die mit dem Fest der Liebe eigentlich nichts zu tun haben, bis hin zu aktuellen bzw. immer wieder aktuellen Titeln wie „Last christmas“ (Wham!) sowie eigenen Kompositionen wie „Notes on snow und „Christmas is never“. Dabei greift das Multitalent tief in die Trickkiste und verwandelt zart-beseelte Lieder in filmmusikartige Symphonien im Hollywood-Breitwandformat („Silent night“) oder gibt dem Weihnachtsfest einen gewöhnungsbedürftigen Lounge-Musik-Anstrich („White christmas“, „What are you doing new year’s eve“). Fast schon drollig ist hingegen die „Last christmas“-Neueinspielung, die jetzt wie eine Mischung aus „Love Boat Theme“ und „Club Tropicana“ klingt. So ein Spaßvogel, der Till...

Nichtsdestotrotz: Diese Herangehensweise ist bei aller handwerklicher Kunst der beteiligter Musiker nicht jedermanns Sache – eigentlich wie immer bei neu arrangierten Weihnachtsliedern. Gekauft werden diese roduktionen trotzdem. Sonst würde es auch nicht eine derartige Anzahl an Heavy/Funky/Groovy/Jazz/Swing/Punkrock/R&B-Weihnachtsalben geben. Dennoch darf der Sinn leicht angezweifelt werden.

Anspieltipps:

  • Silent night
  • Moon river
  • Last christmas
  • Auld lang syne
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