City Sleeps - Not An Angel - Cover
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City Sleeps Not An Angel


  • Label: Trustkill/SPV
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Schwedische Melancholie, schwelgerische Gitarren, pathetischer Chorus, opernhafter Gestus und das alles kurz und knapp in der ersten Minute von City Sleeps Debüt „Not an angel“. Halten Elliot Marsh Sharp (Gesang), Adriel Garcia (Gitarre), Steve Miloszewski (Gitarre), Brad Allen (Bass) und John Whitney (Schlagzeug) aus Atlanta, Georgia auch nur annähernd die Erwartungen, die nach dem zaghaft aufgebauten Opener „Hotel“ in undefinierbare Höhen abdriften, dann steht uns mit Sicherheit eines der Rock-Alben 2007 ins Haus. Leider folgt die Enttäuschung auf dem Fuß: „Prototype“ taumelt aufgekratzt umher, mehr als die stürmische und kraftvolle Darbietung eines offensichtlich begabten, amerikanischen Alternative Rock-Acts ist der Song aber nicht.

Dennoch mischen sich immer wieder aufbegehrende Gitarrenriffs, wunderschön ausstaffierte Spannungsbögen und durchdachte Hooklines in das Songkonstrukt des Fünfers, die vor allem in der ersten Hälfte der Platte richtig Dampf und Lust auf mehr machen. Stücke wie der Titeltrack, „Ordinary high“ oder „Just another day“ leben von der hörbaren Spielfreude der fünf Jungs und wäre der Kuschelsong „Walkers ridge“, der gut und gerne vom letzten Nickelback-Album „All the right reasons“ (09/2005) stammen könnte, ein Einzelfall, man könnte ihnen vergeben. Leider ist dem nicht so und ab dem schnulzigen „I can´t make you love me“, in dem Sänger Elliot an Billie Joe Armstrong von Green Day erinnert und mit vollem Elan ins Mikrophon knödelt, erhöhen City Sleeps den Balladenanteil und mischen lediglich austauschbare Rocksongs dem radiokonformen Einerlei unter.

Das härter agierende „Bones“ sorgt noch für einen kurzen Ausbruch, bis mit dem beliebigem „Be a man“ und dem auf die Tränendrüse drückendem „Sleep with me“ der Tiefpunkt erreicht ist und „Check out“ durch das Anspielen der Melodie von „Hotel“ wieder an den Anfang zurückkehrt, womit zumindest das Album an sich als geschlossen empfunden wird. Als Zusatz gibt es noch die instrumentale Version von „Catch me“, das bereits auf dem Soundtrack zu „Resident Evil:Extinction“ vertreten war. Die mittlere Enttäuschung, die „Not an angel“ letzten Endes ist, wird dadurch aber nicht gelindert.

Anspieltipps:

  • Not An Angel
  • Ordinary High
  • Just Another Day

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