Chikinki - Brace, Brace - Cover
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Chikinki Brace, Brace


  • Label: Weekender/Indigo
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Debüt „Lick Your Ticket“ konnten Chikinki zumindest temporär für Begeisterung auf den Tanzflächen sorgen, denn ihr electro-rockender Energiestiefel saß wie angegossen und die Indie-Crowd hatte einen weiteren Senkrechtstarter gefunden, der nach euphorischen Parties roch. Nun folgt also das Zweitwerk „Brace, Brace“, welches von Bruno Ellingham produziert und gemischt wurde und sich mehr auf den Live-Charakter der Engländer bezieht. Mit der Bezeichnung als Dance-Band mit Rock-Faktor konnten Chikinki bisher sowieso nichts anfangen, was Frontmann Rupert Browne im Vorfeld zur aktuellen Veröffentlichung mit den Worten „eine Gitarrenband mit Synthies zu sein, die mit Rockmusik experimentiert“ bekräftigt.

Eher in Spannungsfeld zwischen vorherrschendem 60er/70er Rock mit gelegentlich auftrumpfenden, psychedelischen Synthie-Einsätzen angesiedelt, sorgt der Opener „Sunrise“ für positive Energie und trudelt sicher in den Heimathafen aus sorglosem Rock’n’Roll, der die Möglichkeiten des Synthesizers berücksichtigt. Die Refrains sitzen perfekt, der Gesang von Rupert pendelt zwischen extrovertierten und schüchternen Tonlagen und die musikalischen Trademarks sind stark begrenzt. Zumindest sorgen bereits nach dem dritten Hördurchgang die ewig gleichen Garage-Standards mit Mitgröleffekt und mittelmäßigen Breaks für eine gähnende Leere, die nur hier und da durchbrochen wird. Im etwas entspannteren „Something More“ funktioniert das gut und beherzt den Platz, den ein guter Song zum Atmen braucht. Da sind auch die mit Effekten beladenen Gitarren eine gelungene Abwechslung und zeigen, wie es gehen kann.

Was „Hello Hello“ andeutet, setzt „You Make It Look Easy“ in die Tat um. Ein schwermütiger, sehnsüchtiger Stadion-Rock-Entwurf, in dem sich Streicher pompös dazwischen drängeln und der Refrain in bester Chikinki-Manier an Hektik zulegt. Das ist ausbalanciert und auch für ein längeres Hörvergnügen geeignet, was man von weiten Teilen der Platte nicht sagen kann. Dafür haben es die Songs viel zu sehr auf den großen Tanzflächen-Kracher abgesehen und verlieren dabei die Feinheiten im Songwriting aus dem Auge, während man, wie z.B. bei „Lies All Over My Eyes“, rumpelnd in Richtung Strandparty torkelt. Psychedelisch und besänftigend endet die Scheibe mit „Talk To The Moon“ und macht noch einmal deutlich, dass Licht sowie Schatten hier definitiv die gleichen Anteile haben und von lang anhaltender Faszination nur wenig zu merken ist.

Anspieltipps:

  • Something More (Envelopes And Spades)
  • A Little Time
  • You Make It Look Easy
  • Talk To The Moon

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