Avantasia - Lost In Space Part 2 - Cover
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Avantasia Lost In Space Part 2


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 23 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Um an die Klasse vergangener Werke anknüpfen zu können, ist eine Steigerung notwendig.

Da ist er wieder, der Tobi. Frisch aus dem Kajalbad aufgetaucht. Mal lässig, mal ganz cool, aber immer mit dick Eyeliner unter den Glubschern. Auf Wunsch auch im Posterformat – einfach nur das Coverbook des ersten Teils entfalten. Kann man sich gleich neben Tokio Hotel hängen. Und musikalisch? Lassen sich zum Glück keine Rückschlüsse von der Aufmachung der beiden EPs ziehen, die zum Freundschaftspreis von jeweils rund 6€ zu haben sind. Darauf zu finden ist jedoch nur wenig, was alteingesessene Avantasia-Liebhaber mit Avantasia verbinden. Aus jenem, zu Beginn des Jahrtausends gegründeten „Metal-Oper“-Projekt gingen unter Beteiligung einer illustren Gästeschar bisher zwei Alben mit einer religiös-verkitschten Geschichte hervor. Der Unterschied zu Sammets Hauptband Edguy bestand darin, dass der epische Charakter sowohl musikalisch als auch textlich besonders hervorgehoben wurde. Von diesem Konzept scheint sich Sammet weitgehend verabschiedet zu haben, denn die beiden „Lost in Space“-Teile, die als Appetizer auf das im Januar erscheinende Album „The Scarecrow“ zu verstehen sind, weisen eine erheblich modernere, experimentelle, aber nicht immer gelungene Ausrichtung aus.

So würden bei „Lay all your love on me“ Agnetha, Benny, Björn und Anni-Frid im Grabe rotieren. Nicht, dass das Cover so schlecht wäre, aber es ist im Vergleich zum Original einfach vollkommen verzichtbar. Eingebettet ist der Song in die beiden einzigen, auf Teil 1 vertretenen Liedern des kommenden Albums. „Lost in space“ hat zwar das Potenzial alle Metal-Puristen in den Freitod zu treiben, aber ohne Scheuklappen ist das Liedchen doch richtig nett anzuhören. Das Video dazu übertrifft jedoch alle Vorstellungen von der Hölle bei weitem. „Another angel down“ ist dann schon eher das, was Avantasia-Fans hören wollen. Zwar ist noch nicht bekannt, um was es auf „The scarecrow“ gehen wird, aber der Text des Songs lässt einmal mehr auf die Verwurstung aller erdenklichen Klischees schließen. Sehr unytpisch geht es mit „The story ain't over“ weiter. Das Lied ist zwar bombastisch, orientiert sich aber stark in Richtung Meat Loaf. Der Refrain ist geil.

Das Teil 1 abschließende „Ride the sky“ ist ein ziemlich coolers Cover der vor Allem in den 70ern aktiven deutschen Hardrock-Formation „Lucifer's friend“. Déjà-Vu. Teil 2 startet ebenfalls mit dem angenehm eingängigen Titelsong, was wahrscheinlich ein Zugeständnis an diejenigen ist, die sich nicht beide EPs kaufen. Das wäre jedoch ratsam, da sich beide Teile ansonsten voneinander unterscheiden. Falls doch nur einer sein soll, sollte man allein schon wegen „Promised land“ – dem besten Track beider EPs – zu Teil 2 greifen. Neben den besseren Songs (wozu ausdrücklich auch das Cover des „Ultravox“-Klassikers „Dancing with tears in my eyes zählt“) weist dieser Teil zudem ein deutlich angenehmeres, beinah weihnachtlich anmutendes Flair auf, das spätestens in der Semi-Akustik-Version des Titeltracks seinen Höhepunkt findet. Trotzdem sind beide EPs letztlich nicht mehr als ein leicht verdaulicher Vorgeschmack auf ein Album, das sich deutlich steigern (und stilistisch verändern) muss, um an die Klasse vergangener Werke anknüpfen zu können.

Anspieltipps:

  • Lost in space
  • Dancing with tears in my eyes

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