Nine Inch Nails - Y34rz3r0r3mix3d - Cover
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Nine Inch Nails Y34rz3r0r3mix3d


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 71 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das vorerst letzte NIN-Studiowerk „Year Zero“ hat mit „Y34rz3r0r3mix3d“ wieder ein kleines Brüderchen bekommen.

Eine Kunst, die für sich steht oder einfach schnöde Geldmacherei? Eine Frage, die die Rockgemeinde regelmäßig in zwei Lager spaltet. Denn Remix-Alben, wie auch das hier vorliegende, werden seit jeher zwiespältig aufgenommen. Doch bei Trent Reznors Nine Inch Nails gehören sie wie selbstverständlich dazu und werden gar schmerzlich vermisst, wenn sie einmal ausbleiben wie nach dem 2005er Album „With Teeth“.

Das vorerst letzte NIN-Studiowerk „Year Zero“ hat mit „Y34rz3r0r3mix3d“ wieder ein kleines Brüderchen bekommen, das nicht nur mit 14, zum Teil sehr radikalen Remix-Versionen aufwartet, die gänzlich ohne Beteiligung der NIN-Musiker entstanden sind, sondern auch noch mit einer Bonus-DVD wuchert, die es den Käufern von „Y34rz3r0r3mix3d“ ermöglicht, eigene Remixe anzufertigen. Damit bleibt Trent Reznor seiner Rolle als Visionär und Innovator auch auf dem vermutlich letzten NIN-Album für Interscope/Universal treu. Und mit der Devise: „Nicht meckern, selber machen!“, nehmen Nine Inch Nails ganz nebenbei allen Nörglern den Wind aus den Segeln. Doch Kritik muss auch weiterhin erlaubt sein…

Das furios peitschende Intro „Gunshots by computer“ (Saul Williams) verdient freilich keine Kritik. Die Neuinterpretation von „Hyperpower“ ist der perfekte Einstieg in ein Album, das den Hörer mit einigen Überraschungen erfreut. So ist die Akustik-Techno-Version von „The great destroyer“ (Modwheelmood) ebenso faszinierend wie das rabiat-düstere „My violent heart“ (Pirate Robot Midget), das mit seiner kühlen Atmosphäre an das aktuelle Britney-Spears-Werk (!) „Blackout“ erinnert.

„The beginng of the end“ (Ladytron) kommt als zappeliger Dance Mix daher. Nicht schlecht und speziell für Electro-Pop-Freunde eine feine Sache. „Survivalism“ (Saul Williams zum zweiten) taucht dagegen ganz tief in die Kiste mit den HipHop-Beats und lässt den Liedfluss fast zum Stillstand kommen. „Capital G“ (Epworth Phones) will die Meute wieder auf den Dancefloor treiben. Durch stupide Boller-Beats und nervöse Synthesizer dürfte das Treiben auf der Tanzfläche allerdings in eine Art Breakdance für Arme ausarten.

„Vessel“ (Bill Laswell) kombiniert apokalyptische Soundlandschaften mit knatternden Stechschrittrhythmen, die vor allem Rammstein-Fans Freude machen dürften und auch „God given“ (Stephen Morris & Gillian Gilbert) treibt das Weltuntergangsszenario mit rhythmischen Grooves voran. Es folgt ein herber Break, der sich in einer 14-minütigen Chill-Out-Version von „Me, I’m not“ (Olof Dreijer) äußerst, die für die ungewöhnlich lange Spieldauer nicht viel zu bieten hat. Doch solche Ausfälle halten sich zum Glück in Grenzen, wobei der Mut jedes einzelnen Remixers auf „Y34rz3r0r3mix3d“ bewundert werden muss. Denn für viele NIN-Fans ist ein Remix nur dann gut, wenn er sich dicht am Original hält. Irgendwie verrückt – so wie die Musik von Trent Renznor…

Anspieltipps:

  • Vessel
  • Zero-Sum
  • The great destroyer
  • Gunshots by computer
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