Kylie Minogue - X - Cover
Große Ansicht

Kylie Minogue X


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Leider täuschen die guten Ansätze nicht darüber hinweg, dass einigen Tracks die Substanz fehlt, um langfristig im Ohr zu bleiben.

Die australische Sängerin Kylie Minogue hatte alle Höhen und Tiefen des Musikgeschäftes miterlebt, als 2005 auf ihrer persönlichen Erfolgswelle und während ihrer Welttournee Brustkrebs festgestellt wurde. Sie brauchte zwei Jahre, um die Krankheit zu besiegen und sich zu erholen. Nun steht nach ihrem 2003er Werk „Body Language“ der zehnte Longplayer ihrer Karriere im Regal des Musikladens.

Für die 13 neuen Songs wurde eine ganze Armada von Songschreibern und Produzenten rekrutiert, u.a. der langjährige Robbie-Williams-Chefkomponist Guy Chambers, aber auch Kylie selbst bastelte an einigen Songs mit. Seltsamerweise klingt die erste Singleauskoppelung „2 Hearts“ recht untypisch für Kylie und für den Rest der CD. Die Indie-Kapelle Kish Mauve komponierte den Track und mit reichlich Gitarren erinnert sich Miss Minogue anscheinend an ihre zwischenzeitliche Vergangenheit im Independentbereich. Eine gut aufgelegte Minogue präsentiert eine frische und unverbrauchte Perle guter Popmusik mit Indie-Touch, die dank ihrer Eingängigkeit exzellente Erfolgsaussichten haben dürfte.

„Heat Beat Rock“ wildert eindeutig in Gwen Stefanis Gefilden, da packt Madam Minogue auf einmal den R&'B aus und die Fans müssen erst mal schlucken. Es bleibt aber der einzige Ausflug in allzu fremde Musikrichtungen. Die Ballade „Cosmic“ als Schlusstrack passt so gar nicht in das oberflächliche Bild von der Popprinzessin. Mit viel Gefühl und ohne elektronische Schnörkel gibt es die nachdenkliche Kylie zu hören und zu bestaunen, ein echtes Highlight des Longplayers. Die überwiegende Anzahl der Songs möchte trotz alledem den Dancefloor zu neuen Erfolgen verhelfen, da hat sich dann doch nichts geändert. „Nu-di-ty“ erinnert an wenig an den spacigen Timberlake-Sound vom „Futuresex/Lovesound“-Album. Dem Track fehlt aber eindeutig Seele und vor allem eine Melodie, denn die Beats wirken zu heftig durchgeschüttelt. „Like a drug“ oder „All I see“ gehören zur Kategorie fast perfekte Popmusik, weil sie mit echten Ohrwurmmelodien ausgestattet sind.

Die 39-Jährige schafft es immer wieder und ruft einfach ihre Fähigkeiten, dem 80er Jahre Discopop Leben einzuhauchen ab, wobei sie und ihre Songwriter stets die neuesten Hörgewohnheiten berücksichtigen. Herausgekommen ist eine recht abwechslungsreiche Mischung aus Gute-Laune-Dancefloorknallern, meist überdurchschnittlichen Pophits und auch misslungenen Experimenten wie „Nu-di-ty“. Leider täuschen die guten Ansätze nicht darüber hinweg, dass einigen Tracks die Substanz fehlt, um langfristig im Ohr zu bleiben. Das Problem teilt Minogue sicher mit vielen Künstlern, trotzdem kann sie mit dem 10. Werk zufrieden sein. Und wahrscheinlich stört das ihre zahlreichen Fans auch nicht wirklich.

Anspieltipps:

  • 2 Hearts
  • Like a drug
  • All I See
  • Cosmic

Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Kylie Minogue“
comments powered by Disqus