Craig David - Trust Me - Cover
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Craig David Trust Me


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die elf Songs besitzen soviel Qualität, dass so schnell keiner ein besseres R&B-Album schaffen wird.

1983 erschien David Bowies Klassiker „Let's dance“, der bis heute ein Radioliebling der obersten Kategorie geblieben ist, da war der Craig David gerade einmal zwei Jahre jung. Satte 24 Jahre später koppelt der R&B-König aus seinem vierten Longplayer die erste Single namens „Hot stuff“ aus, die in weiten Teilen Samples eben dieses Bowie-Songs enthält. Craig David mischt mit enormen Geschick diese formidable Vorlage zu einem hochmodernen Dancefloorfiller zusammen, der absolut zeitgemäß in den R&B-Himmel kommen und die Clubtanzfläche füllen wird. Damit eröffnet er seinen neuen Longplayer, der kaum Schwächen zeigt.

Auch wenn bekannte Songschreiber und Produzenten wie Fraser T.Smith und Martin Terefe den smarten Sänger unterstützten, beteiligte dieser sich aber wie gewohnt bei allen Tracks intensiv an der Kompositionen und übt nicht nur die ausführende Funktion des Sängers aus. Es ist erstaunlich wie virtuos der Brite als Kuschelrockfabrikant Tracks wie „Awkward“, „Just an reminder“ oder „Officially Yours“ in Serie und guter Qualität aus dem Ärmel schüttelt. Gut sitzende Samples, die genau in die Struktur der Songs passen, gehören ebenfalls zum Repertoire des schon seit 1998 im Musikgeschäft tätigen David. Die sanfte, meist helle Stimme Craig Davids schmeichelt derart den Ohren, da erblasst die Konkurrenz nicht nur wegen seiner Ausdrucksstärke bei ruhigeren Tracks vor Neid.

Ob lateinamerikanische Klänge wie in „Don't play with our love“, tanzbares oder kuscheliges, der Mann hat einfach an alles gedacht: Funk, R&B, HipHop und auch eine Gitarrenballade („Top of the hill“). Der Songwriter macht vor gar nichts halt, seinem Sound neue Facetten zu verpassen. Die Krönung des homogen wirkenden Albums stellt sicher die Kollaboration mit dem HipHop-Newcomer Kano dar, dem David bei seinem kürzlich erschienenen Debüt „London Town“ zeitweise zur Seite stand und der Song verbindet HipHop und R&B ziemlich perfekt.

Da kann man schon von einem würdigen Schlusspunkt dieses Albums sprechen. Die elf Songs besitzen soviel Qualität, dass so schnell keiner ein besseres R&B-Album schaffen wird, welches so abwechslungsreichen Sound bietet. Nicht jeder Song erreicht dabei Klassikerstatus, aber es ist auch kein richtig schlechter Track zu entdecken. Manchmal will David aber zuviel auf einmal, denn die Gitarren und restlichen Instrumente in z.B. „Top of the hill“ erschlagen die gute Melodie und den Gesang ein wenig.

Black-Music-Freunde wird dieses Werk auf jeden Fall erfreuen, interessierte Hörer könnte die Vielfalt erdrücken bzw. mögen sie vielleicht die sanfte Stimme und Grundstimmung des Herrn David nicht.

Anspieltipps:

  • Hot stuff
  • Awkward
  • Just a Reminder
  • This is the Girl

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