I Might Be Wrong - It Tends To Flow From High To Low - Cover
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I Might Be Wrong It Tends To Flow From High To Low


  • Label: Sinnbus/ALIVE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„I Might Be Wrong“ widerlegen in derart überzeugender Art und Weise den Wort-wörtlichen Sinn Ihres Bandnamens, und beschenken uns mit einem unverschämt entzückenden, mitten ins Herz treffenden Album zwischen akustischen Höhepunkten, elektronisch angehauchtem Indie-Pop und bittersüßer Melancholie.

„It Tends From High To Low“ ist das von Tobias Siebert (u.a. Delbo, Phillip Boa) produzierte Debüt der Band um Sängerin und Songschreiberin Lisa von Billerbeck. Mit einer berauschenden und herzerwärmenden Stimme gesegnet, manövriert sie scheinbar spielend leicht die Kompositionen von „I Might Be Wrong“ in allerhöchste qualitative Pop-Gefilde. Wie z.B. auf dem prächtigen und mit eingängiger Melodie versehenen Opener des Albums „Always North“. Bereits nach diesem ersten Song verspürt man dieses wohltuende Gefühl des Geborgenseins und ist sich zu Hundert Prozent sicher, dass ab jetzt aber auch gar nichts mehr passieren kann. Und dieser erste Eindruck manifestiert sich dann auch in den folgenden knapp 35 Minuten mit souveräner Leichtigkeit in des Hörers Ohr und Herz. „Cold Comfort“ macht genau dort weiter wo sein Songvorgänger aufgehört hat. Minimalistisch dosiert, herrlich unverkrampft und mit viel Liebe zum Detail arrangiert.

Hier und da huscht ein undefinierbarer Soundfetzen ins audiale Bild, im Hintergrund erklingt ein dezentes pluralistisches in die Händeklatschen und im Mittelpunkt die wunderschöne Stimme von von Billerbeck. Majestätisch über allem schwebend. Etwas flotter summt die Bassline auf „Decor D’Acod“ vor sich hin. Aber wie auch bei dem etwas traurigen, sich im Laufe der Spielzeit zu einem brillanten Popfeuerwerk steigernden „One Room, Second Try“, fühlt man sich hier wie in eine weiche und wohltuende akustische Zuckerwatte gebettet. „Paternoster Patrol“ ist schlicht beeindruckend und erzeugt eine ausnehmend fesselnde Aura, genau wie auch das Gänsehaut verbreitende, einfach großartige „She Knit Lakes“. Gleichermaßen ruhig, besinnlich und herzlich betrübt wie das gesamte Album beschließt das stille „Library Day“ den von „I Might Be Wrong“ inszenierten Hörgenuss.

„It Tends To Flow From High To Low“ reimt sich nicht nur wunderbar. Es muss auch zu einem der besten Indie-Pop-Alben der letzten Jahre gezählt werden. An dieser Platte wird niemand vorbeihören können, dessen Herz bei Bands wie „Au Revoir Simone“, „Belle & Sebastian“ oder „Feist“ im Viereck springt. „I Might Be Wrong“ liegen hiermit absolut richtig. Mit Spannungsvoller Vorfreude in unseren weit geöffneten Ohrmuscheln, lauschen wir dem was da wohl noch so kommen mag.

Anspieltipps:

  • Always North
  • Cold Comfort
  • One Room Second Try
  • She Knit Lakes

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