Bonnie Prince Billy - Ask Forgiveness EP - Cover
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Bonnie Prince Billy Ask Forgiveness EP


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 30 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn BPB einen erst einmal mit seinen intimen Songstrukturen und strahlender Sehnsucht in den Bann gezogen hat, gibt es kein Halten mehr.

Der US-amerikanische Singer/Songwriter mit den vielen Pseudonymen (Bonnie Prince Billy, Palace Brothers, Palace Music, ...) und beachtlichen Kollaborationspartnern (PJ Harvey, Björk, Tortoise, Johnny Cash u. a.) meldet sich zum Abschluss des Jahres mit einer Cover-EP zurück, welche mit „I´m Loving The Street“ auch einen neuen, selbst verfassten Song enthält. Dass es sich dabei bereits um die dritte EP von Will Oldham in 2007 handelt und auch das neue Album wohl bereits in den Startlöchern steht, stört den Gesamteindruck und die Kaufempfehlung keineswegs. Will Oldham ist mit seinen karg instrumentierten, eindringlichen Feingeistigkeiten immer noch ein Großer seines Fachs, der auch die Adaptionen anderer Songs in sein eigenes Schaffen integriert und dabei sogar bei der Thom Yorke/Björk-Coverversion von „I´ve Seen It All“ (aus dem Film „Dancer In The Dark“) den Boden der bezaubernden Natürlichkeit und Musikalität nicht verlassen muss.

Vorherrschende Akustikgitarren mischen sich mit der melancholisch niedergeschlagenen, aber nicht hoffnungslosen Stimme Oldhams und bereiten einem schon beim Opener die erste Gänsehaut. Im Danzig-Cover von „Am I Demon“ überrollt einen der schwer wiegende Blues mit seiner ganzen Macht und Ausstrahlungskraft, ohne dabei an perfekt wehmütiger Instrumentierung zu sparen und sich dank verzerrter Gitarreneffekte psychedelisch auszuweiten, um das erste bleibende Ausrufezeichen der Platte zu setzen. Mit dem eigenen Track, „I´m Loving The Street“ geht er die schwungvollsten Wege dieser EP und verzückt mit weiblichen Backing Vocals (die überhaupt diese 30 Minuten immer wieder verschönern) sowie tröpfelndem Gitarren-Picking.

Ja, an atemberaubenden Arrangements mangelt es nun wirklich nicht, viel mehr an einer längeren Spielzeit, aber die ist selbstredend durch die Bezeichnung „EP“ nicht allzu üppig und lässt einen günstigerweise zur Repeat-Taste greifen, die im Falle von Bonnie Prince Billy unausweichlich scheint. Wenn er einen erst einmal mit seinen intimen Songstrukturen und strahlender Sehnsucht in den Bann gezogen hat, gibt es kein Halten mehr – stattdessen eine glänzende Song-Perle nach der anderen und sogar ein gänzlich unpeinliches Pfeifen beim Frank Sinatra-Werk „Cycles“.

Anspieltipps:

  • I Came Here To Hear The Music
  • Am I Demon
  • My Life
  • I'm Loving The Street

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