Ian Brown - The World Is Yours - Cover
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Ian Brown The World Is Yours


  • Label: Fiction/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre entwickelte sich in Großbritannien aus der abflauenden Rave-Dance-Rock-Bewegung das, was heute gemeinhin als BritPop/Rock bekannt ist. Mittendrin waren damals The Stone Roses aus Manchester, die bereits Anfang der Achtziger ein Begriff in der britischen Indie-Szene waren und mit ihrem Stil für viele Bands zum Vorbild wurden (u.a. für Liam Gallagher von Oasis).

Quasi auf dem Höhepunkt des BritPop, im Jahr 1996, schmissen die Stone Roses das Handtuch und Sänger Ian Brown schlug eine Solokarriere ein. 1998 brachte er sein Debütalbum „Unfinished Monkey Business“ heraus, das der Auftakt für eine mitunter sehr experimentell ausgelegte Auffassung von Musik war. Damit untermauerte Ian Brown seinen Kultstatus, den er seit seinen Stone-Roses-Tagen auf der britischen Insel genießt. Außerhalb Englands ist die Bekanntheit des 44-Jährigen dagegen eher gering, was auch dafür spricht, dass das mittlerweile fünfte Studioalbum von Ian Brown mit ordentlicher Verspätung und ohne Getöse – zwar auf einem Majorlabel – nun auch bei uns veröffentlicht wird.

„The World Is Yours“ steht für elf tief entspannte Songs, die sich nicht wirklich um Abwechslung bemühen und von Anfang bis Ende in ein und derselben Stimmungs- und Tonlage aus den Boxen fließen. Man hört zarte Einflüsse von TripHop und Rave, die in mindestens acht von elf Fällen von Streichern zugekleistert werden, die laut Booklet von Hand eingespielt wurden, aber wie aus der Billigkonserve klingen. Unterm Strich soll es wohl Popmusik sein. Popmusik von einem Kiffer (für Kiffer?). Aber solche, die in den Texten kein Blatt vor den Mund nimmt, was irgendwie nicht recht zusammenpassen mag, selbst wenn Herr Brown sein Ansinnen plausibel erklären kann: „Ich wollte etwas wunderschön klingendes erschaffen, das aber gleichzeitig die Dinge beim Namen nennt, die einem auf der Seele lasten: Armut, der Irak-Krieg, das Schicksal der Straßenkinder, die zu große Macht der Kirchen. Kurz, all die Dinge, die in dieser Welt aus dem Ruder gelaufen sind.“

Hehre Ziele, die nur schwer vermittelbar sein werden, denn irgendwie ist die Musik auf „The World Is Yours“ auch aus dem Ruder gelaufen. Klar, für den einen oder anderen mag das durchaus cool oder kultig sein, wenn die von HipHop-Produzent Emilie Haynie (Obie Trice, Everlast, Raekwon) produzierten Beats zu sanften Streichern und kleinen Sound-Gimmicks, für die der Hörer gute Ohren braucht, aus den Boxen perlen. Aber darf jemand mit solchen politischen Botschaften derart harmlose Musik machen, die nett und gefällig daherplätschert und den Hörer zu keiner Zeit am Schopf packt? Selbstverständlich darf er das! Nur muss er sich nicht darüber wundern, wenn er damit kaum jemanden erreicht.

Anspieltipps:

  • Illegal attacks
  • Street children
  • The world is yours
  • Goodbye to the broken
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