Scooter - Jumping All Over The World - Cover
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Scooter Jumping All Over The World


  • Label: Sheffield Tunes/EDEL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschlands liebste Techno-Proleten rund um Wasserstoffblondel H. P. Baxxter (mit bürgerlichem Namen Hans Peter Geerdes) haben es wieder getan. Mit dem bislang 13. Album „Jumping all over the world“ seit der Gründung 1993 huldigen sie jedoch nicht nur offensichtlich und exzessiv dem weit verbreiteten Tanz- und Musikstil des Jumpstyle, sondern veröffentlichen erstmals seit 1996 („Our happy hardcore“ (März) und „Wicked“ (Oktober)) eine zweite Platte in nur einem Jahr. Kommerziell hat sich die Sache auf jeden Fall schon ausgezahlt, denn die Vorab-Single „The question is what is the question“ schoss in Deutschland in die Top 10 und belegte in Österreich einen beachtlichen zweiten Platz. Das letzte Mal mischten Scooter, was die Charts betrifft, mit der Single „Maria (I like it loud!)“ und dem dazugehörigem Album „The stadium techno experience“ (03/2003) in denselben Größenordnungen ganz vorne mit.

Wieso sich andere Workaholics in der Musik (wie z.B. Ryan Adams oder Ani DiFranco) mit der Veröffentlichungspolitik des Techno-Acts jedoch trotzdem nicht messen müssen, liegt jedes Jahr auf der Hand. Die derzeit aus dem Chicks Terminator, Rick J. Jordan (mit bürgerlichem Namen Hendrik Stadler) und Michael Simon bestehende Kombo verwurstet jedes Jahr aufs Neue die Melodien und Refrains aus Klassikern, Evergreens und Traditionals und bindet diese mehr schlecht als recht in ihren Techno/Trance/Dance-Kontext ein, was auch auf „Jumping all over the world“ seine x-te, ewig gleich klingende Fortsetzung findet. Zwar muss man dem deutschen Act attestieren, dass einige Tracks als Partyfutter durchaus gute Laune machen, allerdings wirken die Songs im Gegensatz zum Vorgängerwerk „The ultimate aural orgasm“ (02/2007) wesentlich ermüdender und schlaffer.

Da hilft auch der erneut einsetzende Hardcore-Einfluss (besonders stark in „Jumping all over the world“ (der Refrain ist abgekupfert von Sailors „A glass of champagne“) und „The hardcore massive“ hörbar) nichts, denn mehr als ungläubiges Kopfschütteln ernten Scooter mit diesen Lächerlichkeiten nicht. Dann schon eher das auf der Melodie von Mouth & MacNeals „How do you do“ basierende „The question is what is the question“ oder der instrumentale Floorfiller „Lighten up the sky“. Im Gegensatz zu anderen vorangegangenen Alben der Techno-Kombo können die von hochphilosophischer Baxxter-Lyrik verschonten Tracks wie „Cambodia“ (im Original von Kim Wilde), „Whistling Dave“ (wer schon einmal Tetris gespielt hat, kann gleich weiterschalten) oder „The hardcore massive“ leider nicht überzeugen, da die Ideen entweder bereits tausendmal vorher verwendet wurden oder auf notwendige Abwechslung verzichtet wurde.

Der Rest bedient sich strikt bei der Formel „Aus alt mach neu“ und ist nicht einmal ein Schulterzucken wert. Als da hätten wir „Enola gay“, basierend auf OMDs gleichnamigem Klassiker, „Neverending story“, das vor allem vielen Fans des Films sauer aufstoßen wird und die neue Single „And no matches“, die sich zwar an Emilias Nummer 1-Hit „Big big world“ aus dem Jahre 1998 anlehnt, vom Prinzip her aber eine 1:1 Kopie von „The question is what is the question“ ist. Völlig aus dem Rahmen fällt „Marian“, welches ursprünglich auf dem Debütalbum „First and last and always“ (03/1985) der Sisters Of Mercy enthalten war und von H.P. mit tiefer Stimme und deepen Electro House-Rhythmus denselben Gothic-Touch vermitteln soll, aber einfach nicht in den Gesamtkontext passen will und dadurch zu einer peinlichen Lachnummer verkommt. Alles in allem bestätigt „Jumping all over the world“ in keinster Weise den (für einen Scooter-Output doch recht) positiven Gesamteindruck vom Vorgängeralbum und lässt den ehrenwerten Rezensenten in furchtvoller Erwartung auf die Ergüsse, die von Deutschlands Vorzeigeblondine Baxxter noch kommen mögen, zurück.

Anspieltipps:

  • Lighten Up The Sky
  • The Question Is What Is The Question

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