RyanDan - RyanDan - Cover
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RyanDan RyanDan


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Mitglieder der Band B4-4 starteten Ryan und Dan Kowarsky 2001 ihre Karriere auf den Pop-Bühnen dieser Welt. Zuvor sammelten sie Erfahrungen in Theaterstücken und Musicals, darunter teilten sie sich die Hauptrolle in „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“. Der Erfolg mit B4-4 hielt sich in Grenzen: Es sprang zwar eine Nominierung bei den kanadischen Juno Awards (veranstaltet von der Canadian Academy of Recording Arts and Sciences) für „Best New Group“ heraus, doch Nickelback schnappte sich 2001 diesen Titel und B4-4 gingen leer aus.

Nach dem Zerfall der Band entschlossen sich die eineiigen Zwillinge aus Toronto ein eigenes Projekt in Angriff zu nehmen und den einfältigen Pop-Sound und die alberne Fassade hinter sich zu lassen. „Wir kamen an einen Punkt, an dem uns beiden klar wurde, dass etwas an unserem Sound fehlte“, erklärt Ryan. „Dan und ich haben schon immer versucht, möglichst viele Emotionen in unseren Gesang einfließen zu lassen, und uns war immer wichtig, dass die Leute auf unsere Stimmen achten – und eben nicht auf unsere Frisuren!“ RyanDan wurde daraufhin aus der Taufe gehoben. Und nun steht das gleichnamige Debüt in den Verkaufshäusern, mit dem RyanDan ihre stimmliche Brillanz neu unter Beweis stellen wollen.

„Wir hatten nie Gesangsunterricht oder offizielle Übungsstunden“, erklärt Dan stolz über ihre durchaus ansprechenden Stimmen. Doch auch wenn die stimmliche Tauglichkeit der beiden Hauptprotagonisten – zumindest für das Pop-Genre – außer Frage steht, hängt viel des Erfolges vom Team hinter den Zwillingen ab. Ein brauchbares musikalisches Fundament und mitreißende Arrangements gehören da natürlich zum primären Augenmerk von Produzent Steve Anderson und seinem Stab. Vielleicht meinte man es ja zu gut mit Ryan und Dan, denn am Arrangement wurde wirklich nicht gespart – doch das hätte man besser getan. Man befreit sich schließlich nur oberflächlich aus dem typischen, überdrüssigen Pop-Gewand, indem man massig Elemente aus Klassik und Oper in den Sound einbaut. Die Struktur eines alltäglichen Popsongs bleibt dabei aber stets vorhanden und vorrangig.

Zu einem großen, homogenen Ganzen verschmilzt hier gar nichts. Der uninspiriert klingende Brei aus Streichern, Bläsern, Pauken und Piano geht verdammt schnell auf die Nerven und verstopft spätestens beim dritten Song die Gehörgänge. Dabei ist Vielseitigkeit und Abwechselung scheinbar auch komplett unerwünscht, denn hier jagt eine schluchzende Schnulze die nächste – und das ohne großartigen Widererkennungswert. Und wenn sich doch einmal eine Melodie heraushebt, erkennt man plötzlich eine peinliche – von so gut wie jedem Popstars-Casting-Depp vorgetragene – Cover-Nummer der Pop-Klassiker „Wind Beneath My Wings“ von Celine Dion oder „I’ll Be There“(ursprünglich Jackson 5; besser bekannt ist wohl Mariah Careys Version).

Also lieber auf die nächste Casting-Staffel warten, in der man die „wichtigen“ Songs dieser Platte eh um die Ohren gehauen bekommt – und das sogar kostenlos – oder auf eine Wiedervereinigung von B4-4 warten, die aber leider so schnell nicht ansteht. Schade aber auch.

Anspieltipps:

  • I’ll Be There
  • Wind Beneath My Wings

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