Babyshambles - Up The Shambles: Live In Manchester - Cover
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Babyshambles Up The Shambles: Live In Manchester


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 89 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Up The Shambles – Live In Manchester“ folgt dem gelungenen Zweitwerk der Babyshambles, „Shotters Nation“, eine Live-DVD! Allerdings dokumentiert dieses eine Konzert im „Ritz“ aus dem September 2004, weshalb die Setlist neben den Songs des Debütalbums „Down In Albion“ und einigen bisher unveröffentlichten Songs noch einige Titel enthält, die Pete Doherthy einst für die Libertines komponierte.

Weshalb gerade dieses eher unspektakulärere Konzert aus der Frühzeit der Libertines-Nachfolgeband für eine Veröffentlichung ausgewählt wurde, lässt sich nur vermuten. Vielleicht ist die Tatsache, dass Doherty hier ausnahmsweise nicht unter dem Einfluss irgendwelcher bewusstseinsverändernden Substanzen steht, verantwortlich dafür. Immer seltener war es ja zuletzt seine Musik, die große Schlagzeilen rechtfertigte. Das Interesse der Öffentlichkeit galt viel mehr seinem unsteten Lebenswandel, der unglücksseligen Liaison mit Kate Moss und den gemeinschaftlichen Drogenexzessen des Albtraumpaares.

Die eher intime Atmosphäre des „Ritz“ bekommt dem quartalsirren Frontmann offensichtlich recht gut, für seine Verhältnisse wirkt er ausgeglichen und konzentriert auf das (eigentlich) Wesentliche, seinen Gesang. Gleichwohl dürfte es auch schon Tage im Leben des Pete Doherty gegeben haben, an denen er motivierter aufgetreten ist als an jenem Septemberabend, an dem er kein Wort zu viel verliert und insgesamt doch recht leidenschaftslos die unbestritten großartigen Kompositionen vorträgt. Für die Damenwelt sei zum Trost erwähnt, dass er dies fast durchgängig mit freiem Oberkörper tut. Leider ist auch der Sound eher mäßig, die Stimme Doherty’s versteckt sich zeitweise ein wenig hinter dem (erwartungsgemäß nicht wirklich fehlerlosen) Treiben seiner Kolleg(inn)en an Schlagzeug, Bass und Gitarre. Immerhin lässt sich zwischen den Audioformaten DTS, Dolby 5.1 und Dolby Stereo wählen, was Klangfetischisten sicherlich begrüßen werden.

Als Gastsängerin überzeugt Dot Alison, die mit unschuldsheller Stimme sechs der achtzehn Titel begleitet und auf durchaus eigene Art interpretiert, was die Live-Versionen um einiges zärtlicher und verletzlicher wirken lässt als die Originale. Das Bonusmaterial beinhaltet musikalisch untermalte Einblicke hinter die Kulissen und Akustikversionen der Libertines-Hits „Can’t Stand Me Now“ & „Time For Heroes“. Außerdem gibt Doherty einen Auszug aus der unfreiwilligen Kiffer-Hymne „Puff, The Magic Dragon“ zum Besten, welche sicherlich selten authentischer vorgetragen wurde als in diesem Fall.

Insgesamt dürfte die Live-DVD „Up The Shambles“ dem echten Fan durchaus Freude bereiten, vor allem deshalb, weil sie sich voll und ganz auf das musikalische Schaffen des ausgezeichneten Songwriters Pete Doherty konzentriert und nicht der kommerziellen Verlockung verfällt, diesen mit einer Dokumentation seiner unzähligen Skandale vorzuführen. Eine von Doherty kompetent moderierte Rundreise durch Englands Entzugskliniken hätte sich möglicherweise besser verkauft, doch irgendwann dürften die immergleichen Ausfälle des exzentrischen Superstars selbst den sensationsgeilsten Konsumenten langweilen. Für seine Musik gilt dies keineswegs!

Anspieltipps:

  • Fuck Forever
  • Time For Heroes
  • Albion
  • My Darling Clementine

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