Scorpions - Live At Wacken Open Air 2006 - Cover
Große Ansicht

Scorpions Live At Wacken Open Air 2006


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 139 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Scorps haben es noch immer drauf!

Bei den Scorpions muss es immer eine Stufe höher, eine Nummer größer und eine Spur theatralischer sein. Deshalb wird der Auftritt beim 2006er Wacken Open Air Festival mit dem Untertitel „A Night To Remember. A Journey Through Time“ entsprechend monumental als DVD vermarktet. Und ein bisschen was Besonderes ist ja auch dran an dem Auftritt der Hannoveraner in der Höhle des (Heavy Metal)-Löwen. Denn noch vor wenigen Jahren wären die einstigen Helden des germanischen Hardrock von den Festivalbesuchern in Wacken zum Teufel gejagt worden, hätten sie sich im Allerheiligsten der Metal- und Hardrock-Gemeinde blicken lassen. Es war einfach zu viel des Guten. Der „Wind of change“ blies viel zu lange und ließ ein seichtes Album nach dem anderen folgen. Erst mit „Unbreakable“ (2004) hatten sich die Scorpions wieder berappelt und auf ihre Stärken besonnen und sich einen Auftritt vor 60.000 Metal-Fans verdient, ohne Gefahr zu laufen, von der Bühne gebuht zu werden.

Ein Jahr vor ihrem überzeugendem Konzeptalbum „Humanity Hour I“, Anfang August 2006, gastierten die Scorpions XXL (sprich: zusammen mit den Special Guests Herman „The German“ Rarebell, Uli „Gitarren-Hippie“ Jon Roth sowie Michael und Tyson Schenker) mit einem zweistündigen Greatest-Hits-Programm aus 35 Jahren Bandgeschichte auf der Hauptbühne des allseits beliebten Festivals in der norddeutschen Einöde. Die Setlist wurde per Internet-Abstimmung von den Scorpions-Fans aus 50 vorgegebenen Songs persönlich zusammengestellt, was neben den üblichen Verdächtigen (u.a. „Rock you like a hurricane“, „Holiday“, „Blackout“, „Big city nights“, „Still loving you“) auch für die eine oder andere Überraschung im Programm sorgte und die Band vermutlich nach langer Zeit wieder vor einem Gig in den Proberaum trieb. Am Ende waren es zwei Dutzend Songs, die das Quintett in Hochform zum Besten gab, so als wären nicht inzwischen 20 Jahre ins Land gezogen, als die Scorpions auf ihrem künstlerischen Zenit die größten Stadien auf dem Globus ausverkauften und mit Alben wie „World Wide Live“ (1985) nochmals abfeierten.

Mit dem bezeichnenden Opener „Coming home“ heißen sich Band und Publikum gegenseitig willkommen – und es ist wie ein nachhause kommen in vertraute Gefilde: Da sind noch immer der putzige Deutsch-Englisch-Kauderwelsch-Dialekt von Sänger Klaus Meine, Rudolf Schenkers Bühnen-Flitzereien mit der obligatorischen „Flying V“ um den Hals und Mattias Jabs anmutiges Abfeuern virtuoser Gitarren-Soli – allesamt von der jungen Rhythmusfraktion um James Kottak (Drums) und Pawel Maciwoda (Bass) befeuert. Wir erfahren außerdem, dass sich Stücke wie „Pictured life“, „Coast to coast“ und „In trance“ problemlos mit gleich drei (!) Gitarristen darbieten lassen (na ja, Genesis haben ja auch zwei Schlagzeuger…) und dass Herman Rerebell besser bei den Scorpions aufgehoben war, als in anderen Projekten. Und wir dürfen angesichts dieses Konzerts genüsslich konstatieren, dass es die Scorps noch immer draufhaben.

Anspieltipps:

  • Blackout
  • The Zoo
  • No one like you
  • We’ll burn the sky
  • Love ’em or leave ’em
  • Another piece of meat
  • Rock you like a hurricane
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7/10

Live At The Symphony Hall
  • 2019    
7.5/10

Let´s Boogie! Live From Telia Parken
  • 2018    
Diskutiere über „Scorpions“
comments powered by Disqus