Mia. - Zirkus: Die Zugabe - Cover
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Mia. Zirkus: Die Zugabe


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 100 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Zirkus. Die Zugabe“ ist die neue Form des Überraschungsei, kurz Ü-Ei, mit dem die Berliner Gruppe Mia. ihren Fans gleich drei Wünsche auf einmal erfüllt: Quasi als Nachschlag zum 2006 veröffentlichten Studioalbum „Zirkus“ bringen Mia. ein aufwändig und liebevoll gestaltetes 128 Seiten (!) starkes Hardcover-Buch im Leineneinband zuzüglich einer DualDisc (ein „aufgebohrter“ Silberling, der oben als CD und unten als DVD funktioniert – Kompatibilität der Hardware vorausgesetzt) auf den Markt.

Was auf den ersten Blick sehr hochwertig wirkt, entpuppt sich schnell als ein reines Produkt für Fans, das sich einem gewissen Bootleg-Charakter nicht erwehren kann. Wackelige Bilder und eine zum Teil abenteuerliche Tonabmischung stehen dafür stellvertretend. Aber das Buch folgt dieser Schiene. Es enthält haufenweise Liedtexte, Zeichnungen, Fotos und persönliche Texte aus dem Tagebuch von Mieze, die auch schon mal handschriftlich aufs Papier gekritzelt wurden.

Inhaltlich geht es rund um die Entstehung des „Zirkus“-Albums und die darauffolgende Tournee. Dabei wird nichts ausgelassen. Auf der DVD darf der Fan bestaunen, wie Mia. im Mai 2005 in Korea und Japan Inspiration tanken, wir sehen diverse Interviews, dürfen bei Proben im Studio und Making Ofs dabei sein, erleben Ausschnitte aus Konzerten in der Berliner C-Halle (09. und 10. Dezember 2006) sowie von der MTV Campus Invasion in Magdeburg (14.07.2007). Dazu bekommen wir noch die Videoclips zu den vier ausgekoppelten Singles gezeigt („Tanz der Moleküle“, „Uhlala“, „Zirkus“, „Engel“).

Die Audio-CD unterstricht das Bootleg-Feeling noch mehr. Hier werden dem Hörer Pre-Studio-Demo-Skizzen und ein akustischer Elektro-Mix (???) von „Tanz der Moleküle“ angeboten. Material, das nur für Hardcore-Fans Relevanz besitzt – so wie das gesamte Produkt nur für beinharte Mia.-Anhänger interessant ist, die den vollkommenen Einblick in und um die Band brauchen. Für jene ist die Umschreibung von Mieze Katz sicher am hilfreichsten: „Dieses Buch ist eine Enthüllung, eine Reise, ein Experiment, ein Zeitdokument, ein Tagebucheintrag, ein Dankeschön und ein Kompliment an all jene, die träumen und sich nach dem Erwachen daran machen, es nicht bei einem Traum zu belassen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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