Bloodsimple - Red Harvest - Cover
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Bloodsimple Red Harvest


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem 2005er Debüt „A Cruel World“ hatten Bloodsimple einen Volltreffer gelandet, der bei Fans wie Presse ziemlich gut ankam. Trotz dieser Vorschusslorbeeren brauchte Warner ziemlich lange, um das Nachfolgealbum „Red Harvest“ hierzulande zu veröffentlichen, schließlich ist die Platte prinzipiell schon seit Dezember 2006 im Kasten. Egal, wie heißt es so schön: „Was lange wärt wird endlich gut“.

Erklärtes Ziel der CD ist es nach Tim Williams nicht das Rad neu zu erfinden, sondern „unseren Sound noch organischer und ausdifferenzierter zu gestalten“. Zu dem ursprünglichen Fundament aus Metal und Hardcore kommen neue Elemente wie rockige Refrains und die ein oder andere Spoken Word Passage hinzu. Gleich der Opener „Ride With Me“ beginnt ungewohnt ruhig, steigert sich aber in immer härtere Ausbrüche. Der Chorus bleibt dabei trotzdem unglaublich eingängig. Deutlich mehr zum Headbangen laden dann „Red Harvest“ und „Dark Helmet“ ein, letzterer könnte am Anfang fast eine Livenummer sein. Genauso hart wie die Songs sind die Texte, die stark inspiriert von dem Roman „Rote Ernte“ (daher der Albumtitel) von Dashiell Hammett inspiriert sind.

Bei aller Saitenhexerei, das wahre Highlight des Albums ist Tim Williams variables Organ. Der Mann beherrscht wirklich alle Facetten des Metals zwischen brutalem Geschrei und ohrenschmeichelndem Cleangesang. Schön zu hören zum Beispiel bei „Dead Man Walking“, das einen gewissen Rob Zombie Charme versprüht. Fast gänzlich ohne Melodien, dafür mit umso mehr Groove geht es bei Nummern wie „Death From Above“ oder „Killing Time“ zu. Die Rhythmusfraktion spielt einen ausgeklügelten Break nach dem anderen, Mr. Williams’ Stimme schneidet sich mit der Kettensäge aus den Boxen.

Und selbst am Ende des Albums wird dann noch einmal so richtig losgelegt. Man muss sich beim Chorus von „Whiskey Bent And Hellbound (Hellmyr)“ schon stark beherrschen, nicht im wilden Pogo die gesamte Zimmereinrichtung auseinander zu nehmen. Das ruhige „Truth (Thicker Than Water)“ stellt wohl so etwas wie die Ballade des Albums dar und macht seine Sache ausgezeichnet. Nach den zehn Wutbrocken hätte man Bloodsimple so schöne Gitarrenharmonien gar nicht mehr zugetraut. Dies alles macht „Red Harvest“ zu einer kreisrunden Sache, hoffentlich kommt das nächste Album ohne Verzögerung!

Anspieltipps:

  • Ride With Me
  • Dead Man Walking
  • Whiskey Bent And Hellbound (Hellmyr)
  • Truth (Thicker Than Water)

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