Wu-Tang Clan - 8 Diagrams - Cover
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Wu-Tang Clan 8 Diagrams


  • Label: Bodog Music/EDEL
  • Laufzeit: 76 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sechs Jahre nach ihrem letzten Studioalbum meldet sich der Wu-Tang Clan zurück. Ohne den an einer Überdosis Drogen verstorbenen Ol Dirty Bastard bleiben nun noch acht weitere Mitglieder um den Anführer RZA alias Robert Diggs übrig, die nun wieder ihre angestammte erfolgreiche Position im Rap-Olymp einnehmen wollen.

Mit 17 Tracks und einer Bonus-DVD gibt es ein üppiges Paket abzuholen, welches schon voller Spannung erwartet wurde. RZA und seine Mitstreiter schaffen eine fast durchgehende düstere Atmosphäre, denn der klassische Rap-Gesang und die ungewöhnlichen Soundschnipsel sind die Zutaten aus denen die Amerikaner die Songs basteln, die altmodischer und gleichzeitig innovativer nicht sein könnten. Dieser neue Longplayer erreicht etwas, was andere Musiker verzweifelt versuchen: Man benötigt wirklich einige Hördurchgänge dieser CD, um alle Details der einzelnen Tracks zu erfassen, dass bekommt man im HipHop-Genre eher selten serviert. Jeder Durchgang bringt einen anderen Song in das Rampenlicht, der sich im Gehörgang festsetzt.

Eine Zusammenarbeit der besonderen Art stellt „The Heart Gently Weeps“ dar: mit John Frusciante von der Red Hot Chili Peppers sowie Dhani Harrison, dem Sohn von George Harrison, dem leider verstorbenen Beatles-Gitarristen und der Sängerin Erykah Badu zaubern die Wu-Tang-Clan Männer die Vermischung von Gitarren-und Black Musik in seltener Perfektion hervor. Es darf nicht verschwiegen werden, dass im ersten Teil des Longplayers die ruhigen, dunklen Tracks überwiegen und die Wertschätzung des Sprechgesangs steht unüberhörbar an erster Stelle. Das führt nicht immer zu Songs, die überragend klingen, aber der HipHop braucht auch solche Werke, die wieder zu den Wurzeln zurückkehren, und kaum Effekte benutzen.

Die trotzdem oft eingesetzten Samples des Wu-Tang Clans bestechen durch Qualität und Ideenreichtum: Die Mixtur aus Filmausschnitt-Sequenzen und HipHop, z.B. in „Weak Spot“, da wird wild durch die Gegend geschossen und dann gerappt, passt doch überraschenderweise gut zusammen. Dagegen glänzt „Starter“ durch Trompeteneinsätze und ausgiebigem Sprechgesang, ein ausnahmsweise fröhlicher Song, der überzeugt.

Am Ende des Jahres 2007 gibt es für Rap-Fans eine schöne Überraschung: der Wu-Tang Clan setzt mit diesem Album ein Ausrufezeichen, welches dem Genre endlich wieder ein Highlight beschert. Die Bewertung „Klassiker“ erreichen die siebzehn Tracks nicht ganz, denn dazu fehlt es an durchgehender hochwertiger Konstanz.

Anspieltipps:

  • The Heart Gently Weeps
  • Weak Spot
  • Life changes
  • Starter

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