OneRepublic - Dreaming Out Loud - Cover
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OneRepublic Dreaming Out Loud


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre lang warten die Fans von Coldplay nun schon auf einen neuen Longplayer von Chris Martin und seiner Band. Wer nicht länger warten will, sollte sich das Debüt der Newcomer OneRepublic einmal in den Player legen. Verdächtige Parallelen hört man da, wobei Coldplay natürlich ein höheres Level erreichen. Kein Geringerer als Tim Mosley, in Fachkreisen als Timbaland bekannt, nahm die Amerikaner um Mastermind und Sänger Ryan Tedder unter seine Fittiche.

Auf seinem eigenen Label Mosley Music gibt er den Neulingen die Chance, berühmt zu werden. Das Genre scheint eher ungewöhnlich für Mister Timbaland, denn die Rocksparte war bisher nicht das Steckenpferd des Amerikaners. Der Produzent der CD heißt eigentlich Chris Wells (Crash Test Dummies), Timbaland legte sich nur als Executive Producer ins Zeug. Doch Ryan Tedder und Band mischen auch kräftig mit, das Songwriting überlassen sie keiner fremden Feder.

Mit „Apologize“ gelang der perfekte Start für OneRepublic: die Powerballade rockt mit typischen Timbaland-Klängen die Charts weltweit und besitzt echte Ohrwurmqualitäten. Auf dem Debütlongplayer von OneRepublic stehen zwei Versionen des Tracks bereit, die erste, ohne Timbaland, wird mit Geigen versetzt, wodurch der Song einen Tick zuviel Süße abbekommt. Da stoßen wir auch zum leichten Problem des Silberlings vor: mit zu vielen Balladen, also auf Samtpfoten und mit Wattebällchen bewaffnet, komponieren sich die Amerikaner haarscharf am Abgrund der Beliebigkeit vorbei: die Versuche, Coldplay und U2 nahe zu kommen und die ständigen stimmlichen Leiden von Tedder strapazieren ein wenig die Geduld. Es fehlt an Eigenständigkeit und Abwechslung, auch wenn OneRepublic alles versuchen, um aus der Masse hervorzustechen.

Der Balladenüberschuss erzeugt leider keine Gänsehaut in Serie, sondern lässt den Funken einfach nicht überspringen. Dieses Quäntchen fehlt offensichtlich, ein genialer Song wie „Apologize“ macht einen noch nicht zum genialen Songwriter. Der Opener „Say“ gibt die Richtung vor: nach den letzten Tönen des Tracks ist man froh, wenn der Gehörgang nicht verklebt ist, so stark drückt dieser auf die Betroffenheitsdrüse. Es gibt selten ein Entrinnen, wenn Mister Tedder alle Register seiner Stimme, die sicherlich Ausdrucksstärke besitzt, zieht. Sie erklimmt gefährliche Höhen in seinen emotionalen Momenten und diese Momente dominieren einfach alles.

Ein echtes Highlight stellt dagegen „Won't stop“ dar, welches ausnahmsweise recht fröhlich von den immer präsenten Gitarren getragen wird und wenn die Geigen noch fehlen würden, könnte ein perfekter Gitarrenpopsong entstehen. Richtig schlecht perlt keiner der Tracks aus den Boxen, nur reicht das? Mitnichten, ein musikalisches Abziehbild von den genannten Coldplay möchten OneRepublic wohl doch nicht sein oder? Wenn die Musiker es schaffen, aus dem Schatten der Ballade „Apologize“ zu treten und bereit sind, ihren eigenen Weg außerhalb des nun bekannten Herz-Schmerz-Rock-Pop-Songs zu suchen, gibt es noch Hoffnung für die Zukunft von OneRepublic.

Anspieltipps:

  • Won't stop
  • Apologize (mit Timbaland)

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