Azad - Blockschrift - Cover
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Azad Blockschrift


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Karriere des Rappers Azad begann einst auf dem Frankfurter 3p-Label (u.a. Sabrina Setlur, Glashaus, Chima, Sebastian Hämer), das für seinen limitierten, künstlerübergreifenden Sound bekannt war/ist. Deshalb sei an dieser Stelle einfach mal behauptet, dass ein Hit wie „Prison break anthem (Ich glaub an dich)“, mit dem Azad als erster deutscher Rapper den Spitzenplatz der Single-Charts erreichte (und nicht Bushido!), unter der Federführung der Frankfurter nicht bzw. kaum möglich gewesen wäre. Denn der 33jährige gebürtige Kurde will sich ausprobieren, neue Welten und neue Künste entdecken. Aus diesem Grund kollaboriert er auf seinem fünften Album, „Blockschrift“, auch mit Kollegen wie Gentleman, Joy Denalane, Jonesman, J-Luv (ebenfalls Ex-3p) und Adel Tawil (Ich + Ich) und stellt für die Zukunft in Aussicht, mal einen Single-Remix für Rammstein zu machen – wenn man ihn den lässt...

Mit „Blockschrift“ legt Azad ein verhältnismäßig ruhiges Album mit vielen Midtempo-Stücken vor, das nicht so sehr im harten Gangsta-Rap-Milieu agiert, sondern verstärkt auf echten Gesang und tiefschürfendere Texte setzt. Der Löwenanteil der Produktion geht zwar auf das Konto alter Bekannter wie Benny Blanco, Fingaz, Martelli, Brisk und STI (sowie Max Herre vom Freundeskreis). Trotzdem möchte dem Hörer angesichts der smoothen Sounds fast das böse Wort Popmusik in den Sinn kommen. Und in der Tat schmeicheln sich Titel wie „Zeit zu verstehen“, „Ich geh für dich“ und „Du fehlst mir“ äußerst eingängig in die Gehörgänge sowohl von Pop- als auch HipHop-Fans, selbst wenn Songs wie „Ich bete zu dir“, „Tage des Regens“, „Ghettobass“ und „So machen wir das“ mit ultra-fetten Beats nicht gerade geizen und deutlich machen, wo der HipHop-Bartel den Most holt.

Wenn man im deutschen HipHop zu den wenigen „Gold-Rappern“ gehört, kann (oder sollte) man sich durchaus etwas trauen. Das macht Azad nicht nur mit seinen poetischen Gossen-Texten, sondern auch mit einem Album, das bis auf „Prison break anthem (Ich glaub an dich)“ keine Überhits präsentiert, aber durch seine Ausgeglichenheit und den fehlenden Ghetto/Straßenkind-Quatsch dennoch punkten kann.

Anspieltipps:

  • T.N.T.
  • Kämpfer
  • Alles Lügen
  • Zeit zu verstehen
  • Prison break anthem (Ich glaub an dich)
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