Kate Und Ben - Von Beiden Seiten - Cover
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Kate Und Ben Von Beiden Seiten


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 61 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Popmusik ist seit jeher auch immer eine Frage von geschicktem Marketing und Imagepflege. „It’s the Singer, not the Song“ weiß man schließlich schon seit den 70er Jahren. Oder waren es die Sechziger? Egal. Als akuten Problemfall könnte man von daher die private und berufliche Beziehung der dänischen Sängerin Kate Hall („Is there anybody out there?“) und dem deutschen Sänger und Schauspieler Ben („Engel“) bezeichnen. Die beiden sind seit zwei Jahren privat zusammen und seit August 2007 auch als Duo musikalisch aktiv („Bedingungslos“).

Bei dem einen oder anderen jüngeren Fan (egal ob weiblich oder männlich) dürfte diese Beziehung sicher schockschwere Eifersuchtsnöte ausgelöst haben, denn man weiß ja wie beinharte Fans so drauf sind. Doch scheinbar blieb bis jetzt alles ruhig. Keine rituellen BRAVO-Verbrennungen, kein Telefonterror und keine geworfenen Farbbeutel auf dem Roten Teppich von The Dome. Puh, Glück gehabt! Dann kann es ja weitergehen. Und zwar mit dem ersten gemeinsames Album „Von beiden Seiten“.

Das Debüt des optisch beeindruckenden Pop-Pärchens entstand in Hamburg und Berlin zusammen mit den erfolgsverwöhnten Produzenten Lukas Hilbert (Nena, Nu Pagadi, Yvonne Catterfeld, Udo Lindenberg) und Alex Christensen (U 96, ATC, Alex C. feat. Y-ass), die für das Album im Team arbeiteten. Christensen (41) ist bekannt für seine tanzbaren und latent billig klingenden Euro-Popsongs, während die Udo-Lindenberg-Entdeckung Lukas Hilbert (35) als Meister der hitverdächtigen Melodien gilt und einen sehr guten Namen in der Szene hat – solange er nicht selber auf der Bühne steht. Das geht irgendwie gar nicht.

Entsprechend klingt das Album dann auch. Im klassischen Pop-Gewand sind Songs wie „Bedingungslos“, „Dem Himmel fehlt ein Engel“ oder Ich lieb’ dich immer noch so sehr“ (wobei, ist die Melodie nicht ein kleinwenig bei „Das erste Mal tat’s noch weh“ von Stefan Waggershausen geklaut?) eine feine Sache, aber immer wenn Alex Christensen den Melodien seine trashigen Beats beimischt („2 Herzen“ ist wohl vor zehn Jahren bei Blümchen liegengeblieben), ist der Ofen schnell aus. Dennoch ist dieses Team jederzeit in der Lage, zwei oder drei Hits aus dem Ärmel zu schütteln – so auch bei dem stylischen Produkt namens Kate & Ben. Danach wird es wie üblich schwer. Gleich drei Versionen von „2 Herzen“, die dritte Singleauskopplung, strecken das Album auf 16 Tracks. Ganz ehrlich, die Hälfte hätte es auch getan. Denn dann würde das Füllmaterial neben den vier, fünf guten Songs nicht so schwer wiegen. Selbst der alte Ben-Hit „Engel“ wurde nochmals aufgewärmt. Nötig war es nicht. „Von beiden Seiten“ trägt vielleicht für eine halbe Stunde, aber nicht 60 Minuten lang. Deshalb ist der Spaß recht bald vorbei, zwei verliebten Menschen (es sei ihnen gegönnt!) beim Balzen zuzuhören.

Anspieltipps:

  • Schlaflied
  • Bedingungslos
  • Helden der Liebe
  • Dem Himmel fehlt ein Engel
  • Ich lieb’ dich immer noch so sehr
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