It´s Not Not - Bound For The Shine - Cover
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It´s Not Not Bound For The Shine


  • Label: Defiance/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

It’s Not Not aus Barcelona sind mit ihrem dritten Album zurück. Doch wenn selbst das Info-Schreiben der Plattenfirma von „aufgeschreckten Hühnern“ und „verrückten Spaniern“ spricht, ist etwas faul im Staate Dänemark. Ganz klar, die Herren von der Iberischen Halbinsel haben sich erneut weiterentwickelt.

Den rauen Klängen ihres ungestümen Debüts „Giving Everything“ (2004), sowie den hitverdächtigen Wave-Punk-Songs von „No Time For Jokes“ (2005) folgt nun ein Ausflug in den Independent-Avantgardismus mit Kompositionen, die wiederum das Label so treffend mit „Songs zwischen Eigenständig-, Eingängig- und Eigenartigkeit“ betitelt. Na, das kann ja was werden...

Joel (Gesang), Raul (Bass, Gesang), Ruben (Gitarre) und Piti (Drums) haben bei Album Nummer drei ihre persönliche Experimentierphase ausgerufen – obwohl es auch auf den Vorgängern stilistisch ziemlich rund ging und hier und da schon mal eine Kuhglocke (!) zu hören war – und suhlen sich in Extravaganzen der besonderen Art. Vielleicht lag es daran, dass It’s Not Not diesmal mehr Zeit zum Proben neuer Stücke hatten und sogar ein paar Demos aufnahmen, bevor es ins Studio ging.

Dass der Hörer dennoch vergebens nach klaren Strukturen in den meisten der 14 Songs auf „Bound For The Shine“ sucht, liegt an der grundsätzlich etwas hibbeligen Art des Musizierens, mit der It’s Not Not sicher schon auf den Titelblättern englischer Musikmagazine gelandet und zum „Next big Thing“ erkoren worden wären, würden sie aus dem UK (bzw. aus den USA) und eben nicht aus Spanien stammen.

Es rappelt, zappelt, scharrt und dröhnt in bester Liars- bzw. Sonic-Youth-Manier („Run for xour life“, „Comes and goes“) zwischen straighten Melodien („The bright side“) und chaotischen Rhythmen („Snake’s tongue“). Die Spanier zeigen sich (Brit)poppig („Pills and coffees“) oder geben dem Hörer eine Old-School-Hardcore-Breitseite mit („Fuckin’ bullshit“). Alles geht, nichts muss. Und Regeln gibt es keine. Das ist zwar anstrengend, macht aber auch jede Menge Spaß. Und cool ist es auch irgendwie – selbst wenn It’s Not Not nicht in das Beuteschema der britischen Sensationspresse passen.

Anspieltipps:

  • The bright side
  • Comes and goes
  • Run for your life
  • Sorry I’m in love

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