Letzte Instanz - Das Weiße Lied - Cover
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Letzte Instanz Das Weiße Lied


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zum 10-jährigen Jubiläum haben sich Letzte Instanz etwas Besonderes einfallen lassen.

Zum 10-jährigen Jubiläum haben sich die drei Bayern, drei Sachsen und ein Berliner von der Letzten Instanz etwas Besonderes einfallen lassen und lassen ihrer außergewöhnlichen Mixtur aus Mittelalter-Musik, Electro und Rock ein weiteres Kapitel folgen, das auf akustische Art und Weise ältere Titel neu interpretiert und vier neue Songs bereithält. Dabei erklingen ausgefeilte, leise Arrangements aus Piano, Geige, Akustikgitarre und weiteren, feingliedrigen Beigaben, die obwohl passend zum ehemaligen Fest der Liebe nichts weihnachtliches in sich tragen. Und das ist gut so, steht doch im Februar/März eine ausgedehnte Tour zum aktuellen Longplayer an, die durch Gäste von Subway To Sally, Schandmaul sowie Jesus On Extasy die musikalischen Andersartigkeiten nochmals verfeinert.

Doch widmen wir uns nun dem Album „Das Weisse Lied“, das gänzlich auf E-Gitarre verzichtet und statt dessen dank opulenter Streicher und dem allgegenwärtigen Piano eine überaus wohlige und langlebige Stimmung verbreitet. Dem Titel entsprechend ist „Tanz“ ein auftrumpfender Gute Laune-Garant, der durch die akustische Interpretation zwar an Dynamik und Direktheit einbüßt, dafür aber rhythmisch ausgereifte Percussions aus dem Hut zaubert. Ebenso vom letzten Album „Ins Licht“ ist „Ohne Dich“, welches zu den Gewinnern dieser Platte zählt. Wunderbar sehnsüchtig perlt das Piano auf der Oberfläche und lässt sich sogar zu enthusiastischen Soli hinreißen, die von umgarnenden Streichern und Akustikgitarre genau so galant begleitet werden. Sänger Holly macht seine Sache gut, obwohl er den wirklich kreativen und einfühlsamen musikalischen Neubearbeitungen nicht das Wasser reichen kann, was als Lob für die Instrumental-Fraktion verstanden werden soll.

Sogar in Jazz-Gefilde driftet das Septett gänzlich unpeinlich ab, wie das neue Instrumental „Eros“ zeigt und zum wiederholten Hören einlädt. Überhaupt hat „Das Weisse Lied“ wesentlich mehr Tiefgang und länger währende Durchschlagskraft als jedes der Alben zuvor. In einer abgehangenen Blues-Version wird sich David Bowies´ „Helden“ angenommen, welches bei einigen Menschen den Vorwurf der Götterlästerung nach sich ziehen wird, für sich genommen aber eine ordentliche Adaption darstellt, die dennoch nicht den Hauch einer Konkurrenz für das Original versprüht – bei einem Künstler wie David Bowie ist das selbstredend. Für den Fan, wie auch für den Entdecker, ist „Das Weisse Lied“ jedoch eine gute Abwechslung zum bisherigen Schaffen der Letzten Instanz und noch dazu eine wirklich gelungene.

Anspieltipps:

  • Kalter Glanz
  • Ohne Dich
  • Jeden Morgen
  • Du Und Ich

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