Lupe Fiasco - The Cool - Cover
Große Ansicht

Lupe Fiasco The Cool


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 68 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Cool“ flasht gewaltig, keine Frage.

Oh Weeee, Lupe Fiasco ist zurück. Ob „Food & Liquor“ nun grandios oder eher mittelmäßig war, da ist sich die HipHop-Szene immer noch nicht einig. „The Cool“ wird da auch nicht anders sein. Es gibt kein übliches Bling-Bling, Gangster-Getue oder einen harten Bass, der das Auto vibrieren lässt. Lupe macht alles lockerer, ruhiger und irgendwie entgegengesetzt. Es geht in die Poprichtung, ja. Aber ist es Pop? Sicherlich nicht. Denn der Junge hat einen Rapflow, den man sich nur schwer entziehen kann. Ausgefeilt und on-point splittet er seine Reime in das Mic und macht dabei Laune auf mehr. Er schafft es immer wieder tolle Geschichten zu erzählen und über Menschen zu berichten, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Er ist der Mann für Andersdenkende im Rap. Für Leute, die mehr Variation in der Musik wollen und die sich nicht vor Experimentierfreudigkeit scheuen, wie sonst die so oft in ihrer Musik festgefahrenen Capie tragenden Raphörer.

„The Cool“ flasht gewaltig, keine Frage. Sei es mit dem minimalistisch gehaltenen „Dumb It Down“ oder dem Pop-lastigen „Superstar“ zusammen mit Matthew Santos, der sich wie eine Mischung aus Chris Martin und John Legend anhört. Themen wie Rassismus, New Orleans, Gewalt und Amokläufe werden von Lupe aufgegriffen und spielerisch in einem Song verpackt, der zum Nachdenken auffordert. Dass man Lupe als wirklichen Rap-Poeten bezeichnen kann, beweisen auch Tracks wie „Go Go Gadget Flow“, „Streets on fire“ oder „Little Weapon“.

Hier zwei Textproben von „Little Weapon” und „Streets on fire”: „Little Caleil got a gun he got from the rebels / To kill the infidels and American devils / A bomb on his waist, a mask on his face / Prays five times a day and listens to heavy metal / Little Alex got a gun he took from his dad / That he snuck into school in his black book bag / His black nail polish, black boots and black hat / He gon' blow away the bully that just pushed his ass („Little Weapon”). „Disease the virus is spreading in all directions / No safe zone no cure and no protection / No symptoms to find or signs of an infection / No vaccines remedies and no corrections / Quarantines the dreams and cut off our connections“ („Streets on fire”).

Nicht nur Lupes Leistung und der textliche Inhalt von „The Cool” können sich sehen lassen, sondern auch die Gästeliste. Es tummeln sich Ausnahmetalente wie Snoop Dogg, GemStones, Sarah Green, Nikki Jean, Bishop G oder eben auch Matthew Santos. „The Cool“ überzeugt mit klassen Beats und einem Lupe Fiasco in Hochform. Viele Songs bleiben im Ohr hängen, doch ein richtiger Genuss wird es erst, wenn man sich das Album mehrmals anhört. Kleine Einzelheiten und Anekdoten werden erst dann sichtbar. Und so wird „The Cool“ mehr und mehr zu einem ausgetüftelten Zweitwerk, dass sich manchmal an „Food & Liquor“ orientiert und manchmal auch ganz neue Wege beschreitet. Ein Album mit viel Abwechslung und einer soliden Grundlage, kurz: einfach cool!

Anspieltipps:

  • Superstar
  • Little Weapon
  • Streets On Fire
  • Go Go Gadget Flow

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
Diskutiere über „Lupe Fiasco“
comments powered by Disqus